Neubau Fischaufstiegsanlage Lüssow 2014-2015

Abb. 1: Ehemaliges Streichwehr LüssowDetails anzeigen
Abb. 1: Ehemaliges Streichwehr Lüssow

Abb. 1: Ehemaliges Streichwehr Lüssow

Abb. 1: Ehemaliges Streichwehr Lüssow

Die Nebel ist mit einem Einzugsgebiet von 998 km2 und einer Fließlänge von 74 km der größte Nebenfluss der Warnow, in die sie bei Bützow einmündet.

Das Gewässer teilt sich in Höhe der Ortslage Lüssow bei Güstrow im Landkreis Rostock in den von 1894 bis 1896 geschaffenen Güstrow-Bützow-Kanal und in den ehemaligen Mündungsverlauf der Nebel, welcher fortan zugunsten der Frachtschifffahrt nur untergeordnet mit Wasser versorgt wurde. Die Wasserzuteilung zur Alten Nebel erfolgte lange Zeit über das Streichwehr bei Lüssow, welches als Querbauwerk im Gewässer die Durchwanderbarkeit für Fische und Amphibien einschränkte [Abb. 1].

 Abb. 2: Lageplan zum BauvorhabenDetails anzeigen
 Abb. 2: Lageplan zum Bauvorhaben

Abb. 2: Lageplan zum Bauvorhaben

Abb. 2: Lageplan zum Bauvorhaben

Für die inhaltliche Zielerreichung der europäischen Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) wurden im Zeitraum vom Juni 2014 bis September 2015 der Rückbau des Streichwehres und der Neubau einer Fischaufstiegsanlage in naturnaher Bauweise realisiert [Abb. 2]. Bauherr der Gesamtmaßnahme war das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt Mittleres Mecklenburg.

Als Bautyp wurde der sog. Beckenpass gewählt, in welchem die Wasserspiegeldifferenzen zwischen Ein- und Auslauf schrittweise über steinerne Querriegel und daran anschließenden Beckenstrukturen abgebaut werden. Bei mittleren Abflüssen stellen sich in den Becken Wassertiefen zwischen 50 cm bis 60 cm ein. Das drei geteilte Abflussprofil mit den höhenversetzten Niedrig-, Mittel- und Hochwasserschwellen in den einzelnen Steinriegeln gewährleistet die Durchgängigkeit der Anlage bei unterschiedlichen Abflussbedingungen. Zugleich kann eine natürliche Abflussdynamik in der unterliegenden Gewässerstrecke erreicht werden.

Folgende Kriterien kennzeichnen die neue Fischaufstiegsanlage:

Wasserspiegeldifferenz Einlauf – Auslauf: 2 m
Bauwerkslänge: 170 m
Längsgefälle: 2%
Sohlbreite: 9 m
Anzahl steinerne Querriegel: 29

Abb. 3: Tiefbauarbeiten zum Bodenaustausch der organischen SedimenteDetails anzeigen
Abb. 3: Tiefbauarbeiten zum Bodenaustausch der organischen Sedimente

Abb. 3: Tiefbauarbeiten zum Bodenaustausch der organischen Sedimente

Abb. 3: Tiefbauarbeiten zum Bodenaustausch der organischen Sedimente

Zur Herstellung der lagestabilen Anlagensohle wurden ca. 6.000 m³ der vorhandenen organischen Sedimente im Schutz eines Baugrubenverbaus entnommen und durch einen tragfähigen Austauschboden ersetzt [Abb. 3].

Abb. 4: Aufbau der Gerinnesohle mit dem Setzen der einzelnen RiegelsteineDetails anzeigen
Abb. 4: Aufbau der Gerinnesohle mit dem Setzen der einzelnen Riegelsteine

Abb. 4: Aufbau der Gerinnesohle mit dem Setzen der einzelnen Riegelsteine

Abb. 4: Aufbau der Gerinnesohle mit dem Setzen der einzelnen Riegelsteine

Das Gerinne wurde im Trapezquerschnitt mit einer durchschnittlichen Sohlbreite von 9 m profiliert.

Für den Aufbau der charakteristischen Riegel- und Beckenstrukturen sind 692 Riegel- und Störsteine auf einem 0,60 m mächtigen, geschütteten Unterbau aus kiesiger Stützschicht bzw. geröllartiger Deckschicht verbaut worden [Abb 4].

Abb. 5: Beendigung der Tiefbauarbeiten im Gerinne der FischaufstiegsanlageDetails anzeigen
Abb. 5: Beendigung der Tiefbauarbeiten im Gerinne der Fischaufstiegsanlage

Abb. 5: Beendigung der Tiefbauarbeiten im Gerinne der Fischaufstiegsanlage

Abb. 5: Beendigung der Tiefbauarbeiten im Gerinne der Fischaufstiegsanlage

In den 3 m bis 5 m langen Becken tragen die Störsteine zur Brechung der turbulenten Strömung bei und bieten den Fischen im Strömungsschatten Erholungsmöglichkeiten beim Passieren an.

Die maßgebenden Bauarbeiten zur Herstellung des Gerinnes konnten im August 2015 abgeschlossen werden [Abb. 5], sodass kurze Zeit später die Öffnung der neuen Fließverbindung möglich war.

Abb. 6: Aufbau der Brückengründung aus StahlspundwändenDetails anzeigen
Abb. 6: Aufbau der Brückengründung aus Stahlspundwänden

Abb. 6: Aufbau der Brückengründung aus Stahlspundwänden

Abb. 6: Aufbau der Brückengründung aus Stahlspundwänden

Für die Überführung der Verbindungsstraße Güstrow (Parum) – Lüssow erfolgte parallel zu den laufenden Arbeiten an der Fischaufstiegsanlage ein Brückenneubau [Abb. 6].

Die Einfeldbrücke mit einer Stützweite von 11 m wurde auf einer Tiefgründung aus Stahlspundwänden errichtet und integriert die Fahrspur des Radwanderweges Berlin – Kopenhagen.

Abb. 7: Fertig gestellte Fischaufstiegsanlage mit Brückenneubau im HintergrundDetails anzeigen
Abb. 7: Fertig gestellte Fischaufstiegsanlage mit Brückenneubau im Hintergrund

Abb. 7: Fertig gestellte Fischaufstiegsanlage mit Brückenneubau im Hintergrund

Abb. 7: Fertig gestellte Fischaufstiegsanlage mit Brückenneubau im Hintergrund

Mit der Errichtung der Fischaufstiegsanlage Lüssow wird nach über 130 Jahren wieder ein natürliches hydrologisches Regime im Unterlauf der Nebel hergestellt und das Flussökosystem der Nebel auf einer Gesamtlänge von ca. 100 km an das der Warnow und Ostsee angeschlossen. Damit sind die potentiellen Laichgebiete des naturnahen Mittelllaufes auch wieder für Wanderfischarten wie Meerforelle und Flussneunauge erreichbar [Abb. 7].

Darüber hinaus bereiten die durchgeführten Strukturverbesserungen der Alten Nebel von 2011 bis 2013 die Basis für eine eigendynamische und natürliche Gewässerentwicklung. Diese Ausbildung von vielfältigen Gewässerstrukturen und einer artenreichen Lebewesengemeinschaft ist ein langfristiger Prozess, welcher durch Effizienzkontrollen fortlaufend begleitet wird. Die Zielerreichung guter Zustand gemäß WRRL ist für die Nebel gewährleistet.

Die Finanzierung des Projektes erfolgte aus Mitteln des "Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums" (ELER) sowie durch Mittel der Gemeinschaftsaufgabe "Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes" und des Landes M-V.

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