Sturmflutschutz und Renaturierung Ostzingst
Komplexvorhaben Renaturierung Sundische Wiese Ostzingst
Am 01.07.2024 haben die Bauarbeiten zum Renaturierungsprojekt „Sundische Wiese Ostzingst, Südfläche“ begonnen. Das Bauvorhaben ist das letzte Teilprojekt des Komplexvorhabens Sturmflutschutz Zingst/Renaturierung Ostzingst.
Durch den im Jahr 2003 erlangten Planfeststellungsbeschluss, wurden einer Reihe von Großprojekten der Startschuss erteilt. 2005 konnte mit dem ersten Spatenstich das Komplexvorhaben begonnen werden. In den folgenden Jahren wurde das neue Sturmflutschutzsystem aus Seedeich, Riegeldeich und Schöpfwerk errichtet, sodass im September 2013 die Deichbaumaßnahmen beendet werden konnten.
Dies war die Voraussetzung für die Umsetzung der Renaturierungsmaßnahme. Das Renaturierungsgebiet umfasst insgesamt eine Fläche von ca. 1.400 ha und zählt somit zu einem der größten Renaturierungsvorhaben im gesamten Ostseeraum.
Aufgrund der Größe des Vorhabengebietes des gesamten Komplexvorhanbens wurden bereits in der Vergangenheit Teilvorhaben realisiert. So wurde 2018 bereits der alte Seedeich in der Nordfläche auf einer Länge von ca. 6 Km an 5 Stellen mit jeweils einer Länge von 50 m geschlitzt. Das Meerwasser kann in die Flächen einlaufen und die ursprünglichen hydrologischen Verhältnisse wieder herstellen. Im Jahr 2019 wurde ein weiteres Teilprojekt durchgeführt. In diesem wurde der Anleger und der Vorlanddamm auf der Boddenseite zurückgebaut. Ausstehend in der Umsetzung ist die Renaturierung der Sundischen Wiese in der Südfläche.
Das Vorhaben beinhaltet den Rückbau von vier Schöpfwerken und einem Durchlass, um anschließend den Deich an diesen Stellen mit fünf etwa 100 m breiten Schlitzungen zu öffnen. Zu den Deichschlitzungen kommt der komplette Deichrückbau auf der westlichen Seite der Sundischen Wiese. Im Bereich Kavelnhaken wird der vorhandene Boddendeich auf einer Länge von 950 m zurückgebaut, sodass der Riegeldeich die neue Hochwasserschutzanlage bildet.
Bedingt durch eine Vielzahl an weiteren verschiedenen Maßnahmen z.B. zur Herstellung des natürlichen Wasserregimes, die Ertüchtigung vorhandener Weideinfrastruktur sowie Abbruch- und Entsorgungarbeiten, ist eine Bauzeit von mehreren Jahren vorgesehen. Die geplante Bauzeit geht bis Ende 2026.
Ob die Veränderungsprozesse den Zielen der Renaturierungsmaßnahme entsprechen, wird in Form eines mehrjährigen Monitorings ermittelt. So kann die Notwendigkeit evtl. weiterer Mahnahmen erkannt und zeitnah sowie zielorientiert gehandelt werden.
Da das gesamte Baufeld mit Kampfmittel belastet ist, müssen während der Baudurchführung die Kampfmittel mit einem speziellen Sondierungsverfahren aufgespürt und fachgerecht beräumt werden.
Mit der Renaturierung des Polders wird sich ein vielfältiges Mosaik an semiaquatischen Lebensräumen mit ausgedehnten Wechselwasserzonen einstellen, abhängig vom Wasserstand des Boddens.




