Sturmhochwasserschutz Greifswald

Sperrwerk Greifswald © StALU VP, 2017 <p>© StALU VP, 2017</p> Details anzeigen

Abbildung 1: Sperrwerk Greifswald

Sperrwerk Greifswald © StALU VP, 2017 <p>© StALU VP, 2017</p>

Abbildung 1: Sperrwerk Greifswald

Sturmflutschutzsituation in Greifswald

Sturmflutschutz Greifswald Ryck <p>© StALU VP</p> Details anzeigen

Abbildung 1: Ryckmündung in Greifswald-Wieck

Sturmflutschutz Greifswald Ryck <p>© StALU VP</p>

Abbildung 1: Ryckmündung in Greifswald-Wieck

Das flache Gelände an der Dänischen Wieck zählt zu den besonders sturmflutgefährdeten Gebieten der Küste Mecklenburg-Vorpommerns. Ursache hierfür sind die große Streichlänge bei N-O Wetterlage und der nahezu ungehemmte Einstrom über die Boddenrandschwelle zwischen Thiessow und Ruden.

Das Stadtgebiet Greifswald ist auf Grund der natürlichen Gegebenheiten stark sturmflutgefährdet. Die vorhandenen Hochwasserschutzanlagen (Deich Wieck, Deich Ochsensteig, Rycksüddeich, Rosentaldeich, Riegeldeich) entsprechen nicht den heutigen Bemessungsgrundsätzen für extreme Sturmfluten.

Eine Sturmflut mit dem für Greifswald gültigen Bemessungshochwasserstand (BHW) von 2,90mHN würde weite Teile des Stadtgebietes sowie in der Ryckniederung liegende Orte überfluten (Abbildung 3).

Greifswald-Wieck war bei Sturmfluten in der Vergangenheit von allen Küstenorten an der deutschen Ostseeküste mit am stärksten betroffen.

überflutungsgefährdetes Gebiet <p>© StALU VP</p> Details anzeigen

Abbildung 2: überflutungsgefährdetes Gebiet

überflutungsgefährdetes Gebiet <p>© StALU VP</p>

Abbildung 2: überflutungsgefährdetes Gebiet

Projekthintergrund

Ziel des Projekts

  • Schutz der Stadt Greifswald vor Überflutung bei sehr schweren Sturmfluten
  • Erhaltung der brackwasserabhängigen Biotope in der Ryckniederung
  • Entwidmung von funktionslosen Hochwasserschutzanlagen

Zuständigkeiten

Vorhabenträger: Staatliches Amt für Landwirtschaft und Umwelt Vorpommern
Gesamtplanung: Staatliches Amt für Landwirtschaft und Umwelt Mittleres Mecklenburg, Dezernatsgruppe Küste
Genehmigungsbehörde: Landesamt für Umwelt, Natur und Geologie M-V (LUNG)

Der Generalplan Küsten- und Hochwasserschutz Mecklenburg-Vorpommern sieht zum Schutz der Stadt Greifswald vor Sturmfluten ein System, bestehend aus dem Sperrwerk im Ryck und den flankierenden Deichen in Eldena (Neubau) und Wieck (Verstärkung), dem Deich Ladebow sowie zwei Wegeaufhöhungen nördlich des Ryck vor (Abbildung 4). Damit kann erstmalig ein lückenloser Sturmflutschutz für die Stadt Greifswald erreicht werden.

Die Hochwasserabwehrlinie wird mit diesem Schutzsystem von beiden Ufern des Ryck an die Boddenküste verlagert. Das bisher ungehinderte Vordringen von Außenhochwasser flussaufwärts in die Ryckniederung wird verhindert und die Länge der Schutzanlagen von 7 km auf 3,5 km verkürzt.

Geplanter Ablauf

  • Das Genehmigungsverfahren ist 2006 abgeschlossen worden.
  • Baubeginn Deiche: 2008
  • Baubeginn Sperrwerk: 2011
  • Fertigstellung des Gesamtvorhabens: 2015

Das Sperrwerk Greifswald-Wieck

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Abbildung 5: Blick von der Wiecker Brücke zur Ryckmündung

kuestenschutz_greifswald <p>© StALU VP</p>

Abbildung 5: Blick von der Wiecker Brücke zur Ryckmündung

Das Sperrwerk Greifswald Wieck bildet einen integrativen Bestandteil des Sturmflutschutzsystems für Greifswald. Der Standort des Bauwerkes befindet sich im Gewässerquerschnitt des Ryck an der Mündung in die Dänische Wiek im Stadtteil Greifswald-Wieck. Die Lage des Bauwerkes ist durch den in den 60er Jahren gebauten Deich auf der Wiecker Seite, einem Bestandteil des Sturmflutschutzsystems, ca. 250 m vor dem Molenkopf, bestimmt. Der etwa 4 m tiefe Ryck hat hier eine Breite von ca. 60 m und dient als Zufahrt zum Stadthafen Greifswald.

Es wurden Lösungen gesucht das Bauwerk in den städtebaulich sensiblen Bereich einzupassen. Entwickelt wurde ein Konzept, das im Spannungsfeld von Sicherheit, Funktionalität, städtebaulicher Einpassung und Kosten ein Optimum bildet.

Der Hauptverschluss besteht aus einem Drehsegment, das eine Durchfahrtsbreite von 21 m gewährleistet. Die vorgesehenen Nebenöffnungen werden durch Schiebetore mit einer Breite von ca. 17 m geschlossen. Durch die Anordnung der Schiebetore bleiben die Nordpromenade und die geplante Südpromenade durchgängig.

Das Betriebsregime des Sperrwerkes wird im Zuge der weiteren Planung unter Beachtung folgender Forderungen erarbeitet:

  • schnelle Reaktionsmöglichkeit auf aktuelle Wasserstandsvorhersagen bei Sturmflutwarnung,
  • Verschlusssicherheit muss auch bei Vereisung des Ryck bzw. der Dänischen Wiek gegeben sein,
  • Aperiodische Boddenwasserüberflutungen der Salzwiesen in der Ryckniederung dürfen nicht nachhaltig beeinträchtigt werden,
  • Deiche entlang des Pegels, die den Erfordernissen des Sturmflutschutz nicht genügen sollen entfallen.

Die Funktionsweise des Hauptverschlusses sowie das Betriebsregime wird unter Drehsegment erläutert.

Drehsegment & Betriebsregime

Drehsegment

Nachfolgend finden Sie eine Animation, welche Ihnen die Funktionsweise des Drehsegments veranschaulicht:

Betriebsregime des Sperrwerkes

Das Sperrwerk wird bei drohender Sturmflut geschlossen, wenn Pegelstände über 1m HN  zu erwarten sind (durchschnittlich einmal pro Jahr). Bis zu diesem Wasserstand treten noch keine Schäden durch Überflutung auf, sodass die Überflutungsmöglichkeiten für die brackwassergewohnten Biotope in der Ryckniederung erhalten bleiben.

Wenn die Vorhersage Wasserstände über 1m HN ankündigt, wird das Sperrwerk bei Erreichen des „Schließwasserstandes“ von ca. 0,6m HN geschlossen. Die Differenz bis zum Gefahrenpegel von 1 mHN ist notwendig, um den Oberflächenwasserabfluss aus dem Einzugsgebiet des Ryck für die Dauer der Sturmflut schadlos zu speichern.

Starke Vereisungsgefahr oder Eisgang können längere Schließzeiten erforderlich machen, als es der Verlauf der Pegelstände bedingen würde. In diesen Situationen kann das Ryck durch absperrbare Umläufe, die zu beiden Seiten der Hauptöffnung angeordnet werden, abfließen.

Deiche & Nebenanlagen

Deich Eldena

Der Deichbau in Eldena wurde 2009 abgeschlossen. Der Deich ist mit einer Kronenhöhe von ca. 4,5 m HN und Böschungsneigungen wasserseitig von 1:10, luftseitig von 1:3 ein Neubau. Die wasserseitigen Böschungen können zukünftig als Liegewiese genutzt werden. Die Trassierung des Deiches berücksichtigt den Erhalt einer größtmöglichen Strandfläche.

Deich Ladebow und Wegeaufhöhungen

Der Deich Ladebow und die Wegeaufhöhungen zwischen Neuenkirchen und Ladebow und im Raum Jager riegeln das Stadtgebiet nach Norden unter Ausnutzung der vorhandenen Geländehöhen ab. Die Trassen liegen in unmittelbarer Nähe von Straßen und auf Wegen. Diese Maßnahmen sind 2011 fertiggestellt.

Deich Wieck

Der Wiecker Deich wird 2014/2015 verstärkt, um der Wellenbelastung bei einer Sturmflut mit BHW (Bemessungshochwasser) standzuhalten. Die Deichverstärkung erfolgt seeseitig. Die Krone wird breiter und die Außenböschung flacher. Der Böschungsfuß wird seewärts verlängert. Der Deich wird als Gründeich ausgebildet. Auf der Binnenseite des Deiches ist ein Deichverteidigungsweg geplant.

Sicherheit & Umwelt

Sicherheitskonzept

Die erforderliche doppelte Sicherheit der Anlagenteile wird erreicht durch zwei voneinander unabhängige Antriebsaggregate mit Notstromversorgung für den Hauptverschluss und zwei voneinander unabhängige Antriebsmöglichkeiten für die Nebenverschlüsse.

Zusätzlich werden Revisionsverschlüsse vorgesehen.

Weitere Sicherheitsvorkehrungen werden getroffen für:

  • den Schiffsverkehr durch das Sperrwerk,
  • die Funktionssicherheit unter besonders schweren Lastfällen, wie Eisgang und Schiffsstoß.

Schwerer Vereisungsgefahr kann durch frühzeitiges Schließen des Sperrwerkes begegnet werden.

Umweltverträglichkeit

Die möglichen Auswirkungen des Vorhabens auf die Umwelt wurden ausführlich untersucht und abgeschätzt. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen bildeten die Grundlage zur Erstellung des Landschaftspflegerischen Begleitplanes.

Das Ziel dieser Arbeiten bestand darin, erhebliche Beeinträchtigungen der Umwelt zu vermeiden, zu vermindern oder auszugleichen.

Nach Abstimmung mit der Hansestadt Greifswald als naturschutzfachlich zuständige Behörde und als Eigentümer der Flächen erwies sich die Renaturierung des Polders Eisenhammer als die geeignete Ausgleichmaßnahme zum Projekt Sturmflutschutz Greifswald.

Außerdem wurden bereits Ersatzmaßnahmen für die unvermeidlichen Gehölzverluste durchgeführt. Dazu gehören Aufforstungen im Raum Bremerhagen, Kronwald sowie Lühmansdorf.

Bekanntmachung für Seefahrer

Informationen für die Seeschifffahrt

Aktuell gilt für das Sperrwerk die Bekanntmachung für Seefahrer (T)1/17, herausgegeben von der Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Stralsund.

Die Durchfahrt durch das Sturmflutsperrwerk in Greifswald-Wieck ist in folgenden
Zeiträumen nicht möglich:

  • 10.01.2017 von 13:30 - 14:30 Uhr
  • 06.02.2017 von 11:15 - 12:15 Uhr
  • 07.02.2017 von 11:15 - 12:15 Uhr
  • 06.03.2017 von 11:15 - 12:15 Uhr
  • 07.03.2017 von 11:15 - 12:30 Uhr
  • 03.04.2017 von 11:15 - 12:30 Uhr
  • 04.04.2017 von 11:15 - 12:30 Uhr
  • 02.05.2017 von 11:15 - 12:15 Uhr
  • 03.05.2017 von 11:15 - 12:15 Uhr
  • 06.06.2017 von 11:15 - 12:15 Uhr
  • 07.06.2017 von 11:15 - 12:30 Uhr
  • 03.07.2017 von 11:15 - 12:30 Uhr
  • 04.07.2017 von 11:15 - 12:30 Uhr
  • 07.08.2017 von 11:15 - 12:15 Uhr
  • 08.08.2017 von 11:15 - 12:15 Uhr
  • 04.09.2017 von 11:15 - 12:15 Uhr
  • 05.09.2017 von 11:15 - 12:30 Uhr
  • 09.10.2017 von 11:15 - 12:30 Uhr
  • 10.10.2017 von 11:15 - 12:30 Uhr
  • 06.11.2017 von 11:15 - 12:15 Uhr
  • 07.11.2017 von 11:15 - 12:15 Uhr
  • 11.12.2017 von 11:15 - 12:15 Uhr

Die Sperrungen werden über die Lichtsignalanlage angezeigt.

Sperrwerksführungen

Führungen durch das Sperrwerk

Jeden 3. Mittwoch im Monat bietet das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt Gruppenführungen über das Gelände des Sperrwerks an.

Die Führung dauert ca. 1 Stunde und richtet sich vor allem an fachinteressierte Bürger und Firmen bis 15 Personen. Während dieser Führung erhalten Sie einen Überblick über das Gesamtkonzept des Sturmflutschutzes Greifswald und einen technischen Einblick in die Sturmflutschutzanlage. Auf dem Programm steht weiterhin der Rundgang über das Gelände zu den Schiebetorkammern sowie die Besichtigung des Dammbalkenlagers, in dem sich die Revisionsverschlüsse befinden.

Bitte vereinbaren Sie einen Termin unter der Telefonnummer: +49 (0) 3831 – 696 0 oder schreiben Sie eine per E- Mail an: info@sperrwerk-greifswald.de

Bitte beachten Sie, dass bei zahlreichen Voranmeldungen zu bestimmten Zeiten die Führungen ausgebucht sind und dann nicht zu diesen Zeiten angeboten werden können. Ein passender Ausweichtermin wird Ihnen dann angeboten.

Visualisierung Sperrwerk; ©hpl Ingenieur GmbH, 2010 <p>© hpl Ingenieur GmbH, 2010</p> Details anzeigen

Visualisierung Sperrwerk

Visualisierung Sperrwerk; ©hpl Ingenieur GmbH, 2010 <p>© hpl Ingenieur GmbH, 2010</p>

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Wetterbild

Sie sehen das Sperrwerk Greifswald in Richtung Nordost vom 12 m Kameramast.

Die Aufnahme wird alle 2 Minuten aktualisiert.

Anfahrt

Greifswald und Umgebung

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Geographische Lage von Greifswald

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Geographische Lage von Greifswald

Für die Anreise mit dem Fahrrad

Am einfachsten gelangen Sie mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zum Greifswalder Hauptbahnhof. Von hier aus fahren Sie mit dem Fahrrad nur 20 Minuten auf dem Stadtwall und entlang des Treidelpfades, der direkt am Südufer des Rycks verläuft, bis zum Sperrwerk.

Für die Anreise mit Bus und Bahn

Sie können jedoch auch den Bus 2 des öffentlichen Nahverkehrs nutzen, der bringt Sie in knapp 25 Minuten vom Hauptbahnhof direkt bis zur Zugbrücke nach Greifswald-Wieck.

Für die Anreise mit dem Auto

Eine weitere Möglichkeit ist die Anreise mit dem eigenen PKW. Ihr Auto können Sie auf dem gebührenpflichtigen Parkplatz am Orteingang von Greifswald-Wieck abstellen. Von hier aus sind es noch 10 Minuten Fußweg bis Sie das Sperrwerk erreichen.

Unsere Anschrift lautet:

Sperrwerk Greifswald
Yachtweg 6a
17493 Greifswald-Wieck