Sturmhochwasserschutz Greifswald

Sie sehen das Sperrwerk Greifswald in Richtung Nordost vom 12 m hohen Kameramast. Die Aufnahme wird viertelstündlich aktualisiert.

Das Sperrwerk

Das Sperrwerk Greifswald befindet sich im Gewässerquerschnitt der Bundeswasserstraße Ryck an der Mündung in die "Dänische Wiek" im Stadtteil Greifswald-Wieck. Es bildet einen integrativen Bestandteil des Hochwasserschutzsystems für die Universitäts- und Hansestadt Greifswald. Der etwa vier Meter tiefe Ryck hat hier eine Breite von ca. 60 Metern und dient als Zufahrt zum Stadthafen der Stadt Greifswald. Hauptzweck des größten technischen Küstenschutzbauwerkes an der deutschen Ostseeküste ist der Schutz vor Überflutungen bei Sturmhochwasser unter Berücksichtigung der Erhaltung der brackwasserabhängigen Biotope in der Ryckniederung. Entwickelt wurde ein Bauwerk, welches im Spannungsumfeld von Sicherheit, Funktionalität, städtebaulicher Wahrnehmung und Kosten ein Optimum bildet. Das Sperrwerk wurde am 27. April 2016 eingeweiht und in Betrieb genommen.

Sperrwerk GreifswaldDetails anzeigen
Sperrwerk Greifswald

Sperrwerk

Sperrwerk

Hochwassersituation

HW-Situation vorherDetails anzeigen
HW-Situation vorher

Hochwassersituation vorher

Hochwassersituation vorher

Das flache Gelände an der "Dänischen Wiek" und das Stadtgebiet der Universitäts- und Hansestadt Greifswald zählten zu den besonders hochwassergefährdeten Gebieten an der Küste Mecklenburg-Vorpommerns und waren bei Sturmhochwasser in der Vergangenheit von allen Küstenorten an der deutschen Ostseeküste mit am stärksten betroffen. Ursache hierfür sind die große Streichlänge bei einer Nordostlage und der nahezu ungehemmte Einstrom über die Boddenrandschwelle zwischen Thiessow und Ruden. Ein Sturmhochwasser mit dem für die Stadt Greifswald gültigen Bemessungshochwasserstand von etwa 3,05 m NHN würde weite Teile des Stadtgebietes sowie die in der Ryckniederung liegenden Orte überfluten.

HW-Situation nachherDetails anzeigen
HW-Situation nachher

Hochwassersituation nachher

Hochwassersituation nachher

Der 1993 erstellte Generalplan Küsten- und Hochwasserschutz Mecklenburg-Vorpommern definierte erstmalig ein lückenloses Schutzsystem für die Stadt Greifswald, bestehend aus einem Sperrwerk im Ryck und den flankierenden Deichen in Eldena und Wieck, dem Deich Ladebow sowie zwei Wegeaufhöhungen nördlich des Rycks.

Die Hochwasserabwehrlinie wurde bei diesem Schutzsystem von beiden Ufern des Rycks an die Boddenküste verlagert. Deiche, Sperrwerk und Wegeaufhöhungen verhindern dabei das ungehinderte Vordringen von Außenhochwasser flussaufwärts in die Ryckniederung. Die Maßnahmen verkürzten die Länge der Schutzanlagen von sieben Kilometern auf 3,5 Kilometer. Zwischen 2006 und 2017 wurde das Schutzsystem realisiert.

Mögliche Auswirkungen auf die Umwelt wurden ausführlich untersucht und bewertet. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen bildeten die Grundlage zur Erstellung eines landschaftspflegerischen Begleitplanes. Das Ziel bestand darin, Beeinträchtigungen der Umwelt zu vermeiden, zu vermindern oder auszugleichen. Nach Abstimmung mit der Stadt Greifswald als damals zuständige Naturschutzbehörde und als Eigentümer der Flächen erwies sich die Renaturierung des Polders Eisenhammer als geeignete Ausgleichmaßnahme des Projekts. Unvermeidliche Gehölzverluste wurden durch Aufforstungen im Raum Bremerhagen, Kronwald sowie Lühmannsdorf als Ersatzmaßnahme ausgeglichen.

Betrieb und Funktion

Hauptverschluss geöffnetDetails anzeigen
Hauptverschluss geöffnet

Hauptverschluss geöffnet

Hauptverschluss geöffnet

Mit der Betreibung des Sperrwerks ist derzeitig das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt Vorpommern beauftragt. Der Amtssitz befindet sich in der Hansestadt Stralsund. Das Sperrwerk ist bei normalen Wasserständen nicht besetzt und wird erst bei drohendem Hochwasser durch Mitarbeiter des StALU Vorpommerns besetzt und bedient. Es wird bei einem Wasserstand von etwa 0,7 m NHN geschlossen, wenn laut Vorhersage Wasserstände über

Hauptverschluss geschlossenDetails anzeigen
Hauptverschluss geschlossen

Hauptverschluss geschlossen

Hauptverschluss geschlossen

1,15 m NHN zu erwarten sind. Bis zu diesem Wasserstand treten keine Schäden durch Überflutung auf und die Überflutungsmöglichkeiten für die brackwassergewohnten Biotope in der Ryckniederung bleiben erhalten. Die Differenz von 0,45 m dient als Speicher für den Oberflächenabfluss aus dem Einzugsgebietes des Rycks.

 

An den Betrieb werden folgende Forderungen gestellt:

  • schnelle Reaktionsmöglichkeit bei Hochwasserereignissen,
  • Aufrechterhaltung der aperiodischen Überflutungen der Salzwiesen und
  • Verschlusssicherheit bei Eisbildung

Hauptverschluss

 

Den Hauptverschluss des Sperrwerkes bildet ein Drehsegment, das für Schiffe und Boote eine Durchfahrtbreite von 21 m und eine Durchfahrtstiefe von etwa -3,95 m NHN gewährleistet. Das an den Seitenscheiben befestigte Drehsegment wiegt etwa 100 t und liegt in einer Mulde auf der Sohle. Bewegt wird das Drehsegment mit Hilfe von zwei hydraulischen Antriebseinheiten, die in den Pfeilern im Ryck integriert sind.

 

Nebenverschluss

Die promenadenseitigen Nebenverschlüsse bilden 17 m breite und 25 t schwere Schiebetore. Diese werden mit je vier elektrischen Antriebseinheiten horizontal und vertikal verfahren. Durch die Anordnung der Schiebetore wird die Nord- und Südpromenade lediglich im Hochwasserfall verschlossen. Die Schiebetore sind in die Deiche integriert und für die Passanten nur im Falle des Sturmhochwassers sichtbar.

 

Umläufe

Starke Vereisungsgefahr oder Eisgang können längere Schließzeiten erforderlich machen, als es der Verlauf der Wasserstände bedingen würde. In diesen Situationen kann das Ryckwasser durch absperrbare Umläufe, die parallel zu beiden Seiten der Hauptöffnung angeordnet sind, abfließen.

Stromversorgung

Im Falle eines Stromausfalls kann das Sperrwerk autark über 10 Stunden mit dem eingebauten Notstromaggregat versorgt werden.

Nebenanlagen und Deiche

Deiche Eldena und Wieck

Der Deichbau in Eldena wurde 2009  und in Wieck 2017 abgeschlossen. Die Deiche sind mit einer Kronenhöhe von etwa 4,60 m NHN auf das Bemessungshochwasser von 3,05 m NHN ausgelegt und verstärkt worden. Die Trassierung des Deiches in Eldena berücksichtigt weiterhin den Erhalt einer größtmöglichen Strandfläche für das Strandbad.

Deich Ladebow und Wegeaufhöhungen

Der Deich Ladebow und die Wegeaufhöhungen zwischen Neuenkirchen und Ladebow und im Raum Jager riegeln das Stadtgebiet nach Norden unter Ausnutzung der vorhandenen Geländehöhen ab. Die Trassen liegen in unmittelbarer Nähe von Straßen und auf Wegen.

Bekanntmachung für Seefahrer

Informationen für die Seeschifffahrt

Aktuell sind keine Sperrungen geplant. 

Die Sperrungen werden über die Lichtsignalanlage angezeigt.

Weitere Informationen finden Sie beim Elektronischen Wasserstraßen-Informationsservice der deutschen Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes.

Sperrwerksführungen

Führungen durch das Sperrwerk

Jeden 3. Mittwoch im Monat bietet das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt Gruppenführungen über das Gelände des Sperrwerks an.

Die kostenlose Führung dauert ca. 1,5 Stunden und richtet sich vor allem an fachinteressierte Bürger und Firmen bis 15 Personen. Während dieser Führung erhalten Sie einen Überblick über das Gesamtkonzept des Hochwasserschutzes Greifswald und einen technischen Einblick in die Sturmhochwasserschutzanlage. Auf dem Programm steht weiterhin der Rundgang über das Gelände zu den Schiebetorkammern sowie die Besichtigung des Dammbalkenlagers, in dem sich die Revisionsverschlüsse befinden.

Bitte vereinbaren Sie einen Termin unter der Telefonnummer: +49 (0) 3831 – 696 0 oder schreiben Sie eine E- Mail an: info@sperrwerk-greifswald.de

Bitte beachten Sie, dass bei zahlreichen Voranmeldungen zu bestimmten Zeiten die Führungen ausgebucht sind. In diesem Fall wird Ihnen ein Ausweichtermin angeboten.

Sperrwerk GreifswaldDetails anzeigen
Sperrwerk Greifswald

Sperrwerk Greifswald

Sperrwerk Greifswald

Anfahrt

Greifswald und Umgebung

karte_detailDetails anzeigen
karte_detail

Geographische Lage von Greifswald

Geographische Lage von Greifswald

Anreise mit dem Fahrrad

Am einfachsten gelangen Sie mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zum Hauptbahnhof der Stadt Greifswald. Von hier aus fahren Sie mit dem Fahrrad nur 20 Minuten auf dem Stadtwall und entlang des Treidelpfades, der direkt am Südufer des Rycks verläuft, bis zum Sperrwerk.

Anreise mit Bus und Bahn

Sie können jedoch auch den Bus der Linie 2 des öffentlichen Nahverkehrs nutzen, der bringt Sie in knapp 25 Minuten vom Hauptbahnhof direkt bis zur Zugbrücke nach Greifswald-Wieck.

Anreise mit dem Auto

Eine weitere Möglichkeit ist die Anreise mit dem eigenen PKW. Ihr Auto können Sie auf dem gebührenpflichtigen Parkplatz am Ortseingang von Greifswald-Wieck abstellen. Von hier aus sind es noch 10 Minuten Fußweg bis Sie das Sperrwerk erreichen.

Anschrift

Sperrwerk Greifswald
Yachtweg 6a
17493 Greifswald-Wieck

Sperrwerk Greifswald

UIS M-V

Text-Logo des Umweltinformationssystems MV (Externer Link: Das Umweltinformationsportal)Details anzeigen
Text-Logo des Umweltinformationssystems MV (Externer Link: Das Umweltinformationsportal)

Umweltinformationssystem MV (UIS MV)

WRRL MV

Infoboxgrafik zur Wasserrichtlinie MV (Interner Link: Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie)Details anzeigen
Infoboxgrafik zur Wasserrichtlinie MV (Interner Link: Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie)

Wasserrichtlinie MV (WRRL MV)

Jetzt kaufen!

Obstbaumblüte (Externer Link: Portal, Streuobstgenussscheine erwerben, Kulturlandschaften schützen) (Externer Link: weiter zu www.streuobstgenussschein.de)Details anzeigen
Obstbaumblüte (Externer Link: Portal, Streuobstgenussscheine erwerben, Kulturlandschaften schützen) (Externer Link: weiter zu www.streuobstgenussschein.de)

Obstbaumblüte (Externer Link: Portal, Streuobstgenussscheine erwerben, Kulturlandschaften schützen)