Ausgewählte Küstenschutzmaßnahmen

Beim Küstenschutz besteht das Grundproblem darin, dass der Küstensaum ein hochdynamisches Gebiet ist, was sich ständig und auch in kurzen Zeiträumen deutlich ändert. Ausdruck dessen sind u.a. die vegetationsfreien, weil immer wieder abbrechenden Kliffs. Dem steht das Bedürfnis der Nutzer auf stabile Verhältnisse gegenüber. Ein Rückgang der Uferlinie und damit des Strandes, der Düne usw. kann in bewohnten Gebieten meist nicht toleriert werden. Deshalb wird u.a. mit Buhnenbauten (siehe Foto) versucht, möglichst viel Sand am Strand und im vorgelagerten Flachwasser (Schorre) zu halten. Da dies nicht immer oder nicht in ausreichendem Maß gelingt, ist es inzwischen an vielen Küstenabschnitten erforderlich, den von der See im Laufe der Zeit fortgetragenen Sand künstlich durch Aufspülungen (siehe Foto) zu ersetzen. Aber auch traditionelle Dünenbauarbeiten, die schon mehr als 150 Jahre angewandt werden, wie die manuelle Strandhaferpflanzung sind auch heute noch unverzichtbar.

Bau von Kastenbuhnen vor Ahrenshoop 2002, Abb.: Buhnenbauten <p>© StALU VP</p> Details anzeigen

Bau von Kastenbuhnen vor Ahrenshoop 2002, Abb.: Buhnenbauten

Bau von Kastenbuhnen vor Ahrenshoop 2002, Abb.: Buhnenbauten <p>© StALU VP</p>

Bau von Kastenbuhnen vor Ahrenshoop 2002, Abb.: Buhnenbauten

Zu Abb. Buhnenbauten:

In einer doppelten Pfahlreihe werden auf einer Unterlage aus Weidenfaschinen zwei Reihen Betonformsteine aufgebracht.

Sandaufspülung für eine Dünen­verstärkung vor Ahrenshoop 2003, Abb.: Aufspülungen <p>© StALU VP</p> Details anzeigen

Sandaufspülung für eine Dünen­verstärkung vor Ahrenshoop 2003, Abb.: Aufspülungen

Sandaufspülung für eine Dünen­verstärkung vor Ahrenshoop 2003, Abb.: Aufspülungen <p>© StALU VP</p>

Sandaufspülung für eine Dünen­verstärkung vor Ahrenshoop 2003, Abb.: Aufspülungen

Zu Abb. Aufspülungen:

Der Sand wurde mittels Sagspülbagger in der Ostsee ca. 15 km von der Einbaustelle entfernt gebaggert, im Laderaum dicht unter Land gefahren und dann per großer Rohrleitungen ( 900 mm) an Land gepumpt. Dort wird der Sand mittels Planierraupe verteilt, profiliert und schließlich mit Strandhafer bepflanzt.

Die wichtigsten Schutzbauwerke gegen Überflutung bilden auch heute noch an vielen Flachküstenabschnitten die Deiche. Allein im Bereich des StALU Vorpommern sind im Kreis Vorpommern-Rügen rd. 130 km laufend zu unterhalten. Dazu gehört neben der jährlichen Grasmahd u.a. auch die Sicherung der Funktionsfähigkeit der Siele (siehe Foto) die den Ablauf des Binnenwassers in den Bodden erlauben, ohne dass im Sturmflutfall umgekehrt Wasser aus dem Bodden zurückläuft und zu Überflutungen führt. Natürlich erfolgten auch Deichneubauten bzw. wesentliche Deichverstärkungen an verschiedenen Abschnitten, so auf Rügen z.B. in Thiessow (siehe Foto), oder um Lobbe. Der Deichneubau in Baabe wurde 2006 abgeschlossen.

Ein Beispiel für eine komplexe Küstenschutzmaßnahme ist die Realisierung des Sturmflutschutzes mit anschließender Renaturierung auf dem Ostzingst. Allein für die Durchführungen der Wasserbaumaßnahmen werden beginnend ab 2004 acht Jahre notwendig sein.

Instandgesetztes Deichsiel im Zipker Bach bei Barth 2002, Abb.: Funktionsfähigkeit der Siele  <p>© StALU VP</p> Details anzeigen

Instandgesetztes Deichsiel im Zipker Bach bei Barth 2002, Abb.: Funktionsfähigkeit der Siele

Instandgesetztes Deichsiel im Zipker Bach bei Barth 2002, Abb.: Funktionsfähigkeit der Siele  <p>© StALU VP</p>

Instandgesetztes Deichsiel im Zipker Bach bei Barth 2002, Abb.: Funktionsfähigkeit der Siele

Zu Abb. Funktionsfähigkeit der Siele:

Die von der Schwerkraft geregelten Klappen verhindern ein Eindringen höherer Wasserstände vom Bodden in das Hinterland, ermöglichen aber den Abfluss des Baches in umgekehrter Richtung.

Thiessower Haken, Abb.: Deichverstärkungen <p>© StALU VP</p> Details anzeigen

Thiessower Haken, Abb.: Deichverstärkungen

Thiessower Haken, Abb.: Deichverstärkungen <p>© StALU VP</p>

Thiessower Haken, Abb.: Deichverstärkungen

Zu Abb. Deichverstärkungen:

Mit der Fertigstellung eines neuen Deiches im Süden von Thiessow wurde diese Gemeinde abschließend und vollständig vor Überflutungsgefahren gesichert.