Was ist passiert und wie geht's weiter auf dem Ostzingst
Was ist passiert und wie geht’s weiter?
Sturmflutschutz / Renaturierung Ostzingst
Bei der Umsetzung der Gesamtmaßnahme konzentrierte sich das StAUN Stralsund in den letzten Monaten insbesondere auf die Verstärkung des Boddendeiches östlich von Zingst einschließlich der Bereitstellung von Seesand und Mergel als Deichbaustoffe. Für den Bau des Seedeiches begann die Vorbereitung der Bautrasse. Von den darüber hinaus durchgeführten kleineren Maßnahmen wird im folgenden eine erläutert.
Bodensanierung auf dem Gelände des ehemaligen Trockenwerkes Zingst
Das Trockenwerk Zingst wurde im Jahr 1968 errichtet und vom damaligen VEG Zingst zur Konservierung von Futtermitteln betrieben. Der ehemalige Betriebsstandort befindet sich ca. 8 km östlich der Ortschaft Zingst auf der Sundischen Wiese, südlich der Straße nach Pramort, und somit in der Kernzone des Nationalparks Vorpommersche Boddenlandschaft.
Nach der Stilllegung im Jahre 1990 erfolgte der Rückbau der baulichen Anlagen. Im Zusammenhang mit der Vorbereitung der Sturmflutschutzmaßnahmen wurden auf der beräumten Fläche zwei Bereiche mit zu Tage tretendem Schweröl entdeckt. Das StAUN untersuchte diese Gefahrenquellen und errichtete drei Grundwassermessstellen, zusätzlich wurden 28 Sondierungen bis in 5 m Teufe niedergebracht.
Die akuten Kontaminationsbereiche durch Mineralöle, insbesondere schweres Heizöl, beschränkten sich auf zwei Teilflächen von insgesamt 525 m². Eine mögliche Umweltgefährdung durch die Ausbreitung der lokalen Mineralölkontamination wurde durch Untersuchungen des Grundwassers erfasst und laboranalytisch überwacht. Eine Ausbreitung der Schadstoffe in den oberflächlichen Grundwasserleiter und damit eine massive Gefährdung des Grundwassers war nicht abzuleiten.
Die Sanierungsnotwendigkeit ergab sich nunmehr in Vorbereitung der Wiederherstellung des natürlichen Wasserregimes auf der Sundischen Wiese, der Renaturierung des Ostzingst. Im Falle einer Überflutung der Kontaminationsbereiche musste man von einer oberflächlichen Auswaschung und damit einer Belastung des Umfeldes ausgehen. Die Beseitigung der bekannten Quellen noch vor der Errichtung der neuen Deichanlage war somit zwingend geboten.
Die Firma Milbratz GmbH führte als zugelassenes Fachunternehmen die Bodensanierung im Nov. / Dez. 2006 durch. Für die Beseitigung der Kontaminationsquellen wurde der anstehende Boden in Tiefen von 0,30 bis 2,75 m unter Gelände ausgehoben, die Ölchargen und kontaminierter Boden voneinander getrennt und einer fachgerechten Entsorgung zugeführt. Dabei handelte es sich um 155 t quasiflüssige Heiz- und Altölreste und 720 t ölverunreinigten Boden. Das während der Ausbauarbeiten in den Baugruben anfallende Sickerwasser wurde abgepumpt, laboranalytisch untersucht und ebenfalls fachgerecht entsorgt.
Die fachtechnische Begleitung der Arbeiten erfolgte durch die Firma Baugrund Stralsund GmbH.
Und wie geht’s weiter? Im Jahr 2007 wird die Verstärkung des Boddendeiches auf einer Gesamtlänge von 6,4 km zum Abschluss gebracht, hierbei erfolgt ebenfalls der Neubau des Schöpfwerkes Westhof. Die Bauarbeiten am Riegeldeich, der Verbindung zwischen See- und Boddendeich, beginnen ebenfalls, sie dauern bis in das Jahr 2008 an.
Weitere Informationen zum Vorhaben erhalten Sie beim StAUN Stralsund.
Anne Ziegler



