Bioenergiepark Güstrow tritt mit neuem technologischem Konzept an

Nr.013/07  | 25.05.2007  | StALU MM  | Staatliches Amt für Landwirtschaft und Umwelt Mittleres Mecklenburg
 
StAUN Rostock führt Genehmigungsverfahren mit Öffentlichkeitsbeteiligung durch

Die NAWARO BioEnergie AG als Initiator und Bauherr hat im Februar 2007 den Antrag auf Durchführung eines Genehmigungsverfahrens nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) für den Bioenergiepark Güstrow beim Staatlichen Amt für Umwelt und Natur (StAUN) Rostock gestellt. Danach ist vorgesehen, 40 baugleiche Module für die Erzeugung und Verwertung von Biogas zu errichten. Die elektrische Leistung jeder Verbrennungsmotorenanlage liegt bei 500 kW.
Am nördlichen Stadtrand von Güstrow sollen somit u.a. 40 Großbehälter (Fermenter) für die Vergärung von Gülle und nachwachsenden Rohstoffen und 40 Blockheizkraftwerke (BHKW) mit 21 über 20 m hohen Schornsteinen entstehen. Eine vergleichbare Anlage wird z. Z. in Penkun, Landkreis Uecker-Randow gebaut. Erste Anlagenmodule haben dort bereits den Betrieb aufgenommen.
Auf der Grundlage des BImSchG und seiner Verordnungen sowie im Ergebnis der standortbezogenen Vorprüfung des Güstrower Projektes nach dem Gesetz über die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) hat das StAUN Rostock als zuständige Genehmigungsbehörde das Verfahren bisher ohne Öffentlichkeitsbeteiligung durchgeführt.
Seit Bekanntwerden des geplanten Vorhabens Bioenergiepark Güstrow musste sich das StAUN Rostock vermehrt mit kritischen Stimmen aus der Bevölkerung, insbesondere aus den umliegenden Orten Suckow und Strenz auseinandersetzen. Die Bürger fordern durch ihre Einbeziehung eine größere Transparenz bei der Durchführung des Genehmigungsverfahrens.
Aufgrund des technischen Fortschritts und der besonderen Standortvoraussetzungen in Güstrow hat der Bauherr Anfang Mai 2007 das StAUN Rostock und die Stadt Güstrow über seine neuen Vorstellungen zum technologischen Anlagenkonzept informiert.
Danach soll das aus der Vergärung gewonnene Biogas nicht mehr in BHKW verstromt werden, sondern am Standort so aufbereitet werden, dass es problemlos in das öffentliche Gasnetz als Biomethan eingespeist werden kann. Geplant ist vorbehaltlich der laufenden Prüfung der Ontras-VNG Gastransport GmbH die Einspeisung des erzeugten Biogases in die Ferngasleitung der Verbundnetz Gas AG, die unmittelbar am Anlagenstandort des Bioenergieparks verläuft.
Die Einspeisung von aufbereitetem Biogas in das öffentliche Gasnetz stellt die bisher effizienteste Form der Biogasnutzung dar. Die räumliche Trennung von Erzeugung und Verwertung ermöglicht eine flexiblere Nutzung verbunden mit einem höheren Wirkungsgrad.
Die gesetzlichen Grundlagen für den Zugang von Biomethan zum Gasnetz sind auf Bundesebene geschaffen worden. Für den Bioenergiepark Güstrow ist mit diesem Konzept der Wegfall von 40 BHKW und ihren Schornsteinen verbunden.
Die Anzahl der bisher vorgesehenen 40 Fermenter kann dadurch deutlich reduziert werden. Die notwendige Wärme für den Vergärungsprozess sowie für die nachgeschaltete Aufbereitung des Gärreststoffes liefert eine Kesselanlage mit einer Feuerungswärmeleistung von etwa 10 Megawatt. Als Brennstoff können die festen Bestandteile des Gärreststoffes genutzt werden.
Die 4. Verordnung zum BImSchG über genehmigungsbedürftige Anlagen schreibt vor, dass für Kesselanlagen, die mit diesem Brennstoff arbeiten, ein Genehmigungsverfahren unter Einbeziehung der Öffentlichkeit durchzuführen ist.
Das StAUN Rostock wird damit das gesamte Genehmigungsverfahren Bioenergiepark Güstrow unter Einbeziehung der Öffentlichkeit durchführen. Damit hat jeder Bürger die Möglichkeit, sich umfangreich über das Projekt zu informieren.
Die auf die neuen technologischen Bedingungen angepassten Antragsunterlagen erwartet das StAUN Rostock bis Ende August 2007 vom Bauherrn des Vorhabens in Güstrow, sodass diese voraussichtlich im Herbst 2007 in der Stadt Güstrow und im StAUN Rostock zur Einsichtnahme ausliegen werden.