Presseerklärung zur Vorstellung der Untersuchungsergebnisse der "Trophieentwicklung des Tollensesees

Nr.001/05  | 21.03.2005  | StALU MS  | Staatliches Amt für Landwirtschaft und Umwelt Mecklenburgische Seenplatte

 
Über einen Zeitraum von fast 20 Jahren liegen umfangreiche gewässerökologische Ergebnisse von Untersuchungen im Tollensesee und seinem Einzugsgebiet vor. Diese Langzeituntersuchungen erlauben erst die Beurteilungen der Entwicklung der Belastungen als Folge des „Ernährungs“-Zustandes des Tollensesees. Fachleute sprechen vom trophischen Zustand oder Trophiegrad.
Einer der Schwerpunkte der Untersuchungen des Jahres 2004 waren die Erstellung und der Vergleich der Bilanzen der Nährstoffeinträge der Zeiträume 1991 bis 1997 und 1998 bis 2004.
Die massiven Anstrengungen zur Abwassererschließung im Einzugsgebiet und der Rückgang der Viehhaltung im Einzugsgebiet haben dazu beigetragen, dass sich die mittleren jährlichen Konzentrationen an Gesamtphosphor (TP) in der durchlichteten Seeschicht verringert haben. Sie haben sich allerdings seit 2002 auf einem Niveau zwischen 30 und 50 µg TP/l eingepegelt.
Für Besucher des Sees wurde diese relativ niedrige Belastung in wieder höheren Sichttiefen im wahrsten Sinn des Wortes „sichtbar“.
Das Ende 2004 nachgewiesene Trophieniveau ist allerdings durch die niedrigen Abflüsse der Jahre 2003 und 2004 begünstigt. Erinnern wir uns: Gegen Ende des trockenen Sommers 2003 waren zahlreiche Seen so weit gesunken, dass ihre Abflüsse trocken fielen. Mit dem Nonnenbach am Pegel Usadel betraf es u.a. einen langjährig beobachteten Abflusspegel; dasselbe war noch im Januar 2005 am Bredenfelder Mühlenteich zu beobachten. 2004 war zwar meteorologisch ein „ganz normales Jahr“, in der Wasserführung wirkten sich aber die geringen
Speicherstände des Vorjahres noch deutlich aus.
Die größten Einträge an Gesamtbelastung für den Tollensesee bringen der Gätenbach (rd. 33 %) und der Nonnenbach (rd. 27 %). Der drittgrößte Eintragspfad ist der Niederschlag, dessen Anteil auf rd. 20 % bilanziert ist.
Um dem Tollensesee dauerhaft eine „schlanke Linie“ zu verpassen, sind weitere güteverbessernde Maßnahmen in Gewässern im Einzugsgebiet des Tollensesees erforderlich. Ziel ist es, neben einer Verringerung des Eintrags aus landwirtschaftlich genutzten Flächen den Nährstoffrückhalt im Einzugsgebiet zu erhöhen und nicht erst in den Tollensesee gelangen zu lassen.

Autor: R. Petzold