Beendigung der großen Bauwerksinspektion am Sperrwerk Greifswald-Wieck
Pressemitteilung des Staatlichen Amtes für Landwirtschaft und Umwelt Vorpommern
Am 27. April 2016 wurde von Landwirtschaftsminister Till Backhaus nach fünfjähriger Bauzeit das Kernstück des Sturmflutschutzsystems für die Universitäts- und Hansestadt Greifswald, das Sperrwerk Greifswald in Betrieb genommen. Bauherr war das Land Mecklenburg-Vorpommern, vertreten durch das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt Vorpommern.
Das Sperrwerk hat in der Bundeswasserstraße Ryck eine Hauptöffnung mit einer Breite von 21 m und einer Sohltiefe von ‑3,95 m NHN. Sie ist mit einem Drehsegmentverschluss (Gewicht ca. 100 to) ausgerüstet, der in einer Mulde der Sohlplatte liegt und im abgesenkten Zustand eine unbegrenzte Durchfahrtshöhe ermöglicht. Der Verschluss der Wiecker und Eldenaer Promenade erfolgt mit jeweils ca. 17 m breiten Schiebetoren (Gewicht ca. 25,5 to), welche in den anschließenden Deichen in Kammern untergebracht sind und auf Gleisen herausgefahren werden können.
Das Sperrwerk wird bei einer drohenden Sturmflut durchgehend von zwei Mitarbeitern des Staatlichen Amtes für Landwirtschaft und Umwelt Vorpommern bedient. Wenn die Vorhersage Wasserstände über +1,15 m NHN ankündigt, wird das Sperrwerk bei Erreichen des Wasserstandes von ca. +0,75 m NHN geschlossen. Die Differenz von 0,40 m ist notwendig, um den Abfluss aus dem Einzugsgebiet des Ryck während der Sturmflut zu speichern. Starke Vereisungsgefahr oder Eisgang können längere Schließzeiten erforderlich machen, als es der Verlauf der Wasserstände am Pegel bedingen würde. Dann kann der Ryck durch Umläufe abfließen, welche beidseitig der Hauptöffnung angeordnet sind.
Vor Ablauf der Gewährleistungsfrist fand im November/Dezember 2019 die erste große Bauwerkinspektion mit Trockenlegung des Hauptverschlusses statt.
Für die in sechsjährigem Abstand vorgeschriebene große Bauwerksinspektion wurde im Zeitraum vom 20.11.2025 bis 06.03.2026 der Ryck gesperrt. Neben der eigentlichen Inspektion wurde die Trockenlegung genutzt, um planmäßige Wartungs- und Instandsetzungsarbeiten an sonst unzugänglichen, d.h. unter Wasser liegenden Bereichen vorzunehmen. Insbesondere wurden dabei Kunststoffdichtungen und andere Verschleißbauteile getauscht, sowie Ausbesserungsarbeiten am Korrosionsschutz des stählernen Hauptverschlusses vorgenommen.
Leider kam es zu Lieferverzögerungen bei den benötigten Kunststoffdichtungen. Des Weiteren wurden einige Bauteile in mangelhafter Qualität geliefert, so dass diese vom Hersteller überarbeitet werden mussten. Zudem wurde ein größerer Umfang an austauschbedürftigen Teilen vorgefunden, als angenommen. Letztlich behinderte ein langanhaltender Kälteeinbruch die Durchführung der Korrosionsschutzarbeiten.



