Wesentliche Änderung der Biogasanlage Dishley

Amtliche Bekanntmachung gemäß § 10 Abs. 8a Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG)

Nr.AB 21/21  | 12.07.2021  | StALU MS  | Staatliches Amt für Landwirtschaft und Umwelt Mecklenburgische Seenplatte

Gemäß § 10 Abs. 8 des Gesetzes zum Schutz vor schädlichen Umwelteinwirkungen durch Luftverunreinigungen, Geräusche, Erschütterungen und ähnliche Vorgänge (Bundes-Immissionsschutzgesetz - BImSchG) i. V. m. § 21a der Verordnung über das Genehmigungsverfahren (9. BImSchV) gibt das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt Mecklenburgische Seenplatte hiermit bekannt:

Mit dem Bescheid ÄG 003/21 vom 16.06.2021 wurde der Biogas Dishley GmbH & Co. KG gemäß § 16 BImSchG eine Genehmigung erteilt, deren verfügender Teil folgenden Wortlaut hat:

Der Biogas Dishley GmbH & Co. KG, Industriering 10a, 49393 Lohne, wird auf Antrag vom 09.11.2020 (Posteingang 13.11.2020) zuletzt ergänzt am 18.01.2021 gemäß § 16 BImSchG i. V. m. den Nummern 8.6.3.2 (V), 1.2.2.2 (V), 9.1.1.2 (V) und 9.36 (V) des Anhangs 1 der 4. BImSchV nachstehende Änderungsgenehmigung erteilt.

Diese Änderungsgenehmigung umfasst die wesentliche Änderung von Anlagenbestandteilen der mit dem Bescheid G 007/10 vom 09.06.2010 genehmigten Biogasanlage mit einem Blockheizkraftwerk (BHKW) am Standort 17098 Friedland OT Dishley, Hauptstraße 25, Gemarkung Dishley, Flur 1, Flurstücke 33/1, 34/1, 36/4 sowie Teilstücke aus den Flurstücken 41/3, 42 und 43.

 a) Diese Genehmigung beinhaltet im Einzelnen:

  • den Austausch der Flexo-Dächer auf dem vorhandenen Fermenter und den zwei vorhandenen Gärrestspeichern durch jeweils gasdichte Tragluftdächer
  • die Erhöhung der Größe des Gaslagers der Gesamtanlage nach Nr. 9.1.1.2. (V) der 4. BImSchV von ca. 4,811 t auf ca. 13,9 t
  • die Erhöhung der Gasspeichermenge der Anlage nach der Störfall-Verordnung (12. BImSchV) auf 25.698 kg
  • die Änderung der Inputstoffmengen von Maissilage und Zuckerrüben und damit die Erhöhung der erzeugten Biogasmenge auf max. 4 Mio. Nm³/a Biogas (Rohgas)

Die Biogasanlage dient nach der Änderung der Erzeugung von maximal 4,0 Mio. Nm³/a Rohbiogas bei einer Gaslagermenge von dann maximal 25.698 kg (nach der 12. BImSchV) in der geänderten Anlage. Damit ist die Biogasanlage weiterhin als Betriebsbereich der unteren Klasse gemäß § 2 Abs. 1 der 12. BImSchV eingestuft.

 b) Nach der Änderung besteht die Anlage aus folgenden Anlagenteilen:

- eine Fahrsiloanlage (ca. 44 m x 65 m)

- eine Fahrzeugwaage

- ein Annahmebunker mit Aufgabeförderer (Schubboden, Vnetto = 80 m³)

- eine Anmischgrube (Vnetto = 122 m³) mit Befüllstation

- ein Anmischbehälter (zylindrischer V2A-Tank, Vnetto = 9 m³)

- ein Technikgebäude mit

  • einem Rohrbündelwärmetauscher zur Gastrocknung, einem Aktivkohlefilter zur Gasreinigung, einem Katalysator zur Formaldehydminimierung,
  • einer separaten begehbaren Schallschutzkabine für ein BHKW (Gas-Otto-Motor, GE Jenbacher, 549 kWel, 1.351 kWFWL),
  • einem Abgaskamin (H = 10 m über GOK),
  • einem Raum für die Steuerung und Prozessleittechnik
  • - ein Fermenter (Stahlbeton, Vnetto = ca. 3.089 m³, Vbrutto = ca. 3.575 m³, Innendurchmesser ca. 25,5 m, Höhe ca. 7 m) mit Tragluftdach (gasdichtes Dach mit einer Höhe von ca. 10 m und einem max. Speichervermögen von ca. 2.676 m³ [3.084 m³ inkl. Freibord])
  • - zwei Gärrestspeicher mit Entnahmestation
  • Gärrestspeicher I (Stahlbeton, Vnetto = ca. 4.525 m³, Vbrutto = ca. 4.948 m³, Innendurchmesser ca. 30 m, Höhe 7 m) mit Tragluftdach (gasdichtes Dach mit einer Höhe von ca. 10 m und einem max. Speichervermögen von ca. 3.525 m³ [3.804 m³ inkl. Freibord])
  • Gärrestspeicher II (Stahlbeton, Vnetto = ca. 4.525 m³, Vbrutto= ca. 4.948 m³, Innendurchmesser ca. 30 m, Höhe 7 m) mit Tragluftdach (gasdichtes Dach mit einer Höhe von ca. 10 m und einem max. Speichervermögen von ca. 3.525 m³ [3.804 m³ inkl. Freibord])
  • - eine Notfackelanlage (0-300 m³/h, 1.800 kW, H = 3 m über GOK)
  • Rezirkulationsschacht (1,5 m³) und Kondensatstrecke (Kondensatschacht und Kondensatpumpe)

c) Die eingesetzte Inputmenge von 20.800 t/a (~57 t/d) bleibt unverändert und setzt sich zukünftig wie folgt zusammen: 4.500 t/a Rindergülle, 1.800 t/a Hühnertrockenkot (HTK), 9.600 t/a Maissilage, 2.000 t/a Ganzpflanzensilage (GPS), 1.200 t/a Getreide, 1.000 t/a Zuckerrüben, 500 t/a Grassilage, 200 t/a Wasser

 d) Das Verfahren (Vergärung/Gasgewinnung) in der Biogasanlage bleibt unverändert (entsprechend G 007/10 vom 09.06.2010) bei einem einstufigen, kontinuierlichen Nassfermentationsverfahren bei einer mittleren hydraulischen Verweilzeit im gasdichten System von insgesamt ca. 264 Tagen. Die Gärraumtemperatur beträgt 35 - 40°C (mesophil).

Die Genehmigung wurde unter Bedingungen und Auflagen erteilt.

Für den Bescheid gilt folgende

Rechtsbehelfsbelehrung

Gegen diesen Bescheid kann innerhalb eines Monats nach Bekanntgabe Widerspruch beim Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt Mecklenburgische Seenplatte, Neustrelitzer Straße 120, 17033 Neubrandenburg erhoben werden.

Gegen diesen Bescheid kann innerhalb eines Monats nach Bekanntgabe durch den Antragsteller (Genehmigungsinhaber) ohne die Durchführung des Vorverfahrens nach § 68 Abs.1 S.2 VwGO i. V. m. § 13a Nr.1 des Gesetzes zur Ausführung des Gerichtsstrukturgesetzes M-V (GerStrukGAG MV) Klage beim Verwaltungsgericht Greifswald, Domstraße 7, 17489 Greifswald erhoben werden.

Gegen die Kostenentscheidung allein kann innerhalb eines Monats nach Bekanntgabe Widerspruch beim Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt Mecklenburgische Seenplatte, Neustrelitzer Straße 120, 17033 Neubrandenburg erhoben werden.

Auslegung des Bescheids

Eine Ausfertigung des Bescheids mit den getroffenen Nebenbestimmungen einschließlich der Begründung liegt in der Zeit vom 13.07.2021 bis einschließlich 26.07.2021 aufgrund der derzeitigen Situation (Pandemie Coronavirus [COVID-19])

im Internet unter www.stalu-mv.de/ms

zur Einsichtnahme aus.

Sollte eine Einsichtnahme des Bescheids im Internet nicht möglich sein, kann eine Terminabstimmung für die Einsichtnahme des Bescheids

-    beim Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt Mecklenburgische Seenplatte (STALU MS), Abteilung Immissions- und Klimaschutz, Abfall- und Kreislaufwirtschaft, Neustrelitzer Straße 120, Block D, 17033 Neubrandenburg unter der Tel.: 0395-38069525

-    und zusätzlich im Amt Friedland, Bauamt, Riemannstraße 42, 17098 Friedland, Zimmer 2.03, während folgender Zeiten:

Dienstag:

Mittwoch:

Donnerstag:

09:00 - 12:00 Uhr und 13:00 - 17:30 Uhr

09:00 - 12:00 Uhr

13:00 - 16:00 Uhr

 

erfolgen.

Gemäß § 10 (8) BImSchG gilt der Bescheid mit dem Ende der Auslegungsfrist auch gegenüber Dritten, die keine Einwendungen erhoben haben, als zugestellt.

Der Bescheid und seine Begründung können bis zum Ablauf der Widerspruchsfrist von Personen, die Einwendungen erhoben haben, schriftlich oder elektronisch beim Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt Mecklenburgische Seenplatte, Neustrelitzer Str. 120, 17033 Neubrandenburg (poststelle@stalums.mv-regierung.de) angefordert werden.

gez. Dr. Liesette Wischer

Abteilung 5, Dezernat 52