Deutsch-polnische Zusammenarbeit

Der Amtsbereich des StALU Vorpommern grenzt auf einer Länge von rund 80 Kilometern zwischen der Pommerschen Bucht und dem Stettiner Haff im Norden sowie der unteren Oder im Süden an die polnische Wojewodschaft Westpommern. Auf der Grundlage des Vertrages zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Republik Polen über die Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Wasserwirtschaft an den Grenzgewässern vom 19. Mai 1992 erfolgte die Bildung der deutsch–polnischen Grenzgewässerkommission. Für die praktische Umsetzung der Aufgaben stehen der Kommission fünf ständige deutsch–polnische Arbeitsgruppen zur Seite. Das Land Mecklenburg–Vorpommern wird in diesen Arbeitsgruppen durch Mitarbeiter der Abteilung Naturschutz, Wasser und Boden des StALU Vorpommern vertreten.

Weiterführende Informationen

Grundwassererkundung Ost-Usedom

Mitarbeiter des Dezernates arbeiten in Arbeitsgruppen "Hydrologie und Hydrogeologie" und "Gewässerschutz" der deutsch-polnischen Grenzgewässerkommission mit. In Ersterer wird ein grenzüberschreitendes Grundwasserbewirtschaftungskonzept zur nachhaltigen Sicherung der Trinkwasserversorgung des deutschen und polnischen Versorgungsgebietes erarbeitet. Hierzu wird im Bereich Ost-Usedom/ Swinemünde ein gemeinsam abgestimmtes gewässerkundlichen Sonder-Messnetz zur Erfassung und Überwachung der Grundwasserdynamik als Grundlage für die Wasserhaushaltsberechnung betrieben.

Deutsch-polnisches Gewässermonitoring

In der Arbeitsgruppe Gewässerschutz werden hauptsächlich Gütedaten von deutschen und polnischen Küstengewässern ausgetauscht und Messmethoden abgestimmt. Regelmäßig werden gemeinsame Beprobungen des Stettiner Haffs durchgeführt. Die Ergebnisse der Küstengewässeruntersuchungen werden in gemeinsam erstellten, jährlich erscheinenden Gewässergüteberichten veröffentlicht.

Torfkanal Kamminke

 Übersichtskarte TorfkanalDetails anzeigen
 Übersichtskarte Torfkanal

Übersichtskarte Torfkanal

Übersichtskarte Torfkanal

Der Torfkanal bildet auf der Insel Usedom die südliche gemeinsame Grenze der Republik Polen und der Bundesrepublik Deutschland. Die Grenze verläuft in der Flussmitte. Der nördliche Bereich des Kanals liegt auf der deutschen Seite in der Senke des Naturschutzgebietes "Zerninsee". Das Gewässer hat eine Länge von ca. 4,5 km und mündet im Stettiner Haff.

Der Torfkanal dient als Vorfluter des Schöpfwerkes "Weiße Brücke". Dieses von der polnischen Seite betriebene Schöpfwerk entwässert teilweise deutsches Gebiet der Zerninseesenke und weite Flächen auf der polnischen Seite des Gewässers.

torfkanal nordDetails anzeigen
torfkanal nord

Torfkanal - Blickrichtung Nord

Torfkanal - Blickrichtung Nord

Die Mündung des Kanals in das Haff kreuzt den Sturmflutschutzdeich Kamminke und ist mit einem Schieber versehen, der temporär bei erhöhten Wasserständen im Haff automatisch schließt. Nach Schließung des Schiebers bietet der Torfkanal mit seinen beidseitigen Verwallungen nur ein geringes Retentionsvolumen, so dass es durch das abfließende und durchsickernde Wasser aus dem Kanal verstärkt zu einer Vernässung der umliegenden Nutzflächen u.a. insbesondere der Gartenanlagen kommt.

Nach umfangreichen Planungen und Variantenvergleichen entschied man sich zur Erhöhung und Instandsetzung der vorhandenen Binnendeiche beidseitig des Grenzgewässers.

 

Mützelburger Beeke

Übersichtskarte BeekeDetails anzeigen
Übersichtskarte Beeke

Übersichtskarte Beeke

Übersichtskarte Beeke

Der Fluss Beeke (polnisch: rzeka Mysliborka) entspringt aus dem großen Mützelburger See und fließt in nördlicher Richtung auf ca. 6 km in den Neuwarper See. In der gesamten Länge ist der Fluss die Staatsgrenze zwischen der Republik Polen und der Bundesrepublik Deutschland. Die Grenze verläuft in der Flussmitte.

Geht man von Norden in südlicher Richtung, so verläuft das Gewässer östlich der Ortschaft Rieth in einem ca. 1,5 km breiten Tal, das auf der polnischen Seite durch die Ortschaft Karczno begrenzt wird.

Beeke in den landwirtschaftlichen FlächenDetails anzeigen
Beeke in den landwirtschaftlichen Flächen

Beeke in den landwirtschaftlichen Flächen

Beeke in den landwirtschaftlichen Flächen

In den Jahren 1963 bis 1967 wurden beiderseits der Staatsgrenze umfangreiche Meliorationsarbeiten in der Beeke durchgeführt. Seitdem finden entlang des Flusses jährliche Unterhaltungsarbeiten statt, deren Umfang und Ausführungsart in einer gemeinsamen deutsch-polnischen "Regelung zu Unterhaltungsarbeiten an der Beeke als Grenzgewässer" festgelegt sind.

Grenzüberschreitende Grundwasserbewirtschaftung im Einzugsgebiet der Versorgungsregion Ostusedom / Swinoujscie (Swinemünde)

KarteDetails anzeigen
Karte

Karte

Karte

Die Problematik der grenzübergreifenden Sicherung der Trinkwasserversorgung ist aufgrund der natürlich bedingt begrenzt verfügbaren Grundwasserressource schon seit den siebziger Jahren Veranlassung deutsch-polnischer Verhandlungen zur nachhaltigen Sicherung der Trinkwasserversorgung für das deutsch-polnische Versorgungsgebiet.

Die Wasserversorgung in der Grenzregion Ost-Usedom/ Swinemünde erfolgt durch insgesamt 8 Wasserfassungen, 6 auf deutschem (Standort Zirchow geplant) und 2 auf polnischem Gebiet.

Im Ergebnis gemeinsamer Abstimmungen auf der Ebene der "Deutsch-Polnischen Grenzgewässerkommission (GGK)" und der "Gemeinsamen Umweltkommission Mecklenburg-Vorpommern und Wojewodschaft Westpommern (GUK)" wurde 1997 beschlossen, ein Konzept zur nachhaltigen Sicherung der Trinkwasserversorgung zu entwickeln. Es wurde eine deutsch-polnische projektbezogene Arbeitsgruppe (PAG) berufen mit der Aufgabenstellung, der Erarbeitung eines "Wasserwirtschaftlichen und hydrogeologischen Maßnahmenplans für ein grenzüberschreitendes Grundwasserbewirtschaftungskonzept zur Sicherung der Trinkwasserversorgung von Ost-Usedom / Swinemünde". Der Maßnahmeplan wurde termingerecht im Februar 1998 vorgelegt und von der GGK und der GUK bestätigt und eine sofortige Umsetzung beschlossen. Seit April 2000 wurde der Maßnahmeplan schrittweise in Arbeitspaketen umgesetzt.

Da die spezifischen Untersuchungen über die Pflichtaufgaben des deutschen und polnischen Wasserversorgers hinausgehen, erfolgte im September 2001 die Antragstellung auf Unterstützung diese Projektes aus der Gemeinschafsinitiative INTERREG III A des "Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung" (EFRE). Im September 2002 wurde der Zuwendungsbescheid für die deutsche Seite erteilt. Auf polnischer Seite wird das Projekt aus dem "Wojewodschaftlichen Fonds für Umweltschutz und Wasserwirtschaft" (WFOŚiGW) finanziert.

Projektträger auf deutscher Seite ist der Zweckverband Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung (ZWA) Insel Usedom. Kooperationspartner auf polnischer Seite ist die Wojewodschaftsverwaltung Westpommern mit Sitz in Stettin.

Die Fachbegleitung erfolgte durch eine projektbezogene Arbeitsgruppe (PAG), die aus Fachleuten der Umweltbehörden des Landes Mecklenburg-Vorpommern (LUNG MV - Geologischer Dienst, StALU Vorpommern) und des damaligen Landkreises Ostvorpommern (jetzt Vorpommern-Greifswald), sowie des Westpommerschen Wojewodschaftsamtes, des Marschallamtes der Wojewodschaft Westpommern, der Regionalen Wasserwirtschaftsverwaltung (RZGW) Stettin, dem Polnischen Geologischen Institut (PIG) in Stettin, dem Betrieb für Wasserversorgung und Kanalisation (ZwiK) in Swinemünde und der Stadt Swinemünde besteht.

Die Projektdurchführung erfolgte im Zeitraum 2003 bis Juni 2006. Die Arbeiten erfolgten in getrennten und integrativen Phasen.

Ziel der Untersuchungen war es, mit Hilfe eines geohydraulischen Modells die Bewirtschaftung des Grundwasserleiters zu optimieren und Vorschläge für ein Monitoring (Überwachen und Steuern) zu erarbeiten.

Im Ergebnis wurde ein dreidimensionales Grundwasserströmungsmodell erstellt. Stationäre und instationäre Prognoserechnungen dienten zur Optimierung der Lastverteilung zwischen den Wasserfassungen und zur Bemessung der Wasserschutzzonen. Für die Wasserfassungsbetreiber wurde eine Grundwasserbewirtschaftungs- und Überwachungsstrategie erarbeitet. Auf dieser Grundlage soll unter Berücksichtigung nationaler Standards, EU-Normen und Richtlinien beispielhaft grenzüberschreitend die optimale Nutzung des Grundwasserdargebotes zur beiderseitigen Bedarfsdeckung umweltschonend gesteuert werden.

Folgende Leistungen und Berichtsdokumente wurden im Rahmen des Projektes erbracht:

  • Wasserwirtschaftliche und hydrogeologische Bestandsaufnahme des deutschen und polnischen Gebietes
    (HGN 2000, (D), PIG 2000 (PL))
    Aufgabenstellung: Defizitanalyse, Handlungsempfehlungen)
  • Erarbeitung "Projektbezogener Katalog der Fachbegriffe und Verfahren in der Hydrogeologie, Hydrologie und Wasserwirtschaft - Ost-Usedom/Swinemünde"
    (HGN, (D), PROXIMA (PL) 2003)
    Zielstellung: fachspezifische Dokumentation für Abstimmung/Angleichung von Verfahren, Methoden und Standards bei der Erkundung, Bewirtschaftung und Schutz
  • Studie zum Wasserbedarf für den Prognosezeitraum 2004 bis 2015
    (Ingenieurgesellschaft Steinburg, Barenfletht (D) 2003, Pronet GmbH (PL) 2004)
  • Hydrogeologisches Erkundungsprogramm zur Klärung der Grundwasservorratssituation und Ausbau des grenzüberschreitenden Grundwassermessnetzes 2004/2005
    (Ergebnisbericht und Dokumentation S. I. G. Dr. Steffen GmbH (D), PROXIMA (PL) 2005)
  • Isotopenanalysen zum Demonstrativpumpversuch i. R. der Hydrogeologischen Erkundung
    (Bericht HGN 2004)
  • Abschlussbericht "Konzept und Modell der Grundwasserbewirtschaftung" incl. Bewirtschaftungsmodell und Dokumentation des grenzüberschreitenden Messstellennetzes in analoger und digitaler Form
    (HGN (D) als Auftragnehmer in Kooperation mit dem polnischen Partnerbüro PROXIMA (PL) 2006)

Mit der Vorlage der Entwurfsfassung des Abschlussberichtes Ende Juli 2006 konnte das Projekt im vorgegebenen Zuwendungszeitraum beendet werden.

UIS M-V

lu_uis.jpg (Externer Link: Das Umweltinformationsportal)Details anzeigen
lu_uis.jpg (Externer Link: Das Umweltinformationsportal)

UIS MV

Jetzt kaufen!

Obstbaumblüte (Externer Link: Portal, Streuobstgenussscheine erwerben, Kulturlandschaften schützen) (Externer Link: weiter zu www.streuobstgenussschein.de)Details anzeigen
Obstbaumblüte (Externer Link: Portal, Streuobstgenussscheine erwerben, Kulturlandschaften schützen) (Externer Link: weiter zu www.streuobstgenussschein.de)

Obstbaumblüte (Externer Link: Portal, Streuobstgenussscheine erwerben, Kulturlandschaften schützen)