Wesentliche Änderung der Biogasanlage Friedrichshof

Amtliche Bekanntmachung gemäß § 10 Abs. 8a Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG)

Nr.AB 17/20  | 02.07.2020  | StALU MS  | Staatliches Amt für Landwirtschaft und Umwelt Mecklenburgische Seenplatte

Gemäß § 10 (8) des Gesetzes zum Schutz vor schädlichen Umwelteinwirkungen durch Luftverunreinigungen, Geräusche, Erschütterungen und ähnliche Vorgänge (Bundes-Immissionsschutzgesetz - BImSchG) i. V. m. § 21a der Verordnung über das Genehmigungsverfahren (9. BImSchV) gibt das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt Mecklenburgische Seenplatte hiermit bekannt:

Mit dem Bescheid ÄG 029/19 vom 18.06.2020 wurde der Danpower GmbH gemäß § 16 BImSchG eine Genehmigung erteilt, deren verfügender Teil folgenden Wortlaut hat:

Der Danpower GmbH, Otto-Braun-Platz 1, 14467 Potsdam, wird auf Antrag vom 23.01.2019 (Posteingang 31.01.2019, zuletzt ergänzt am 27.01.2020) gemäß § 16 BImSchG i. V. m. den Nummern 8.6.3.2 (V), 1.2.2.2 (V) und 9.1.1.2 (V) des Anhangs 1 der 4. BImSchV nachstehende Änderungsgenehmigung erteilt.

Diese Änderungsgenehmigung umfasst die Änderung / Erweiterung von Anlagenbestandteilen der mit Bescheid G 025/08 vom 07.11.2008 genehmigten Biogasanlage mit einem Blockheizkraftwerk (716 kWel., 1,725 MWFWL) am Standort 17087 Altentreptow OT Friedrichshof, Friedrichshof 9, Gemarkung Altentreptow, Flur 1, Flurstück 57/3.

a) Diese wesentliche Änderung der Biogasanlage beinhaltet die Errichtung und den Betrieb

          - eines zweiten BHKW (MWM TCG 2020 V20, 2,000 MWel., 2,697 MWth., 4,697 MWFWL)

          im Stahlcontainer mit vollständiger technischer Ausstattung, einem Abgaskamin 10,0 m

          ü. GOK) zur flexiblen Stromeinspeisung

          - eines neuen Gasspeichers über dem bestehenden Gärrestlager 1 mit Gasfüllstands-

          anzeige, Höhenmesser, Stützluftgebläse, Beleuchtung, Über- /Unterdrucksicherung

          (Gasspeichervolumen 5.954 m³)

          - eines zweiten Gärrestlagers (Fa. Heinze-Havestore GmbH Typ 5020 NA, Ø 15,36 m,

          Nutz/-Nettovolumen 1.014 m³, max. 60 m³ Gärrestdurchsatz/h mit Leckageerkennung

          gemäß AwSV und Wetterschutzzeltdach)

          - einer Gärresttrocknung (Fa. Romberger, Leistung 800 kW, 29,90 m³ Gärrest-

          durchsatz/h, 44.000 m³ Luftdurchsatz/h, mit Pumpstation, Radschaufeltrockner

          und chemischem Abluftwäscher)

          - einer Gärrestseparation (FAN Pressschneckenseparator Typ PSS 3.2-780, 5,5-7,5 kW,

          max. 60 m³ Gärrestdurchsatz/h, mit Pumpschacht 1, 2. Vorlagebehälter und 3-seitig

          eingehauster Abwurffläche)

          - eines Wärmespeichers (V = 500 m³, isolierter zylindrischer Stahlbehälter,

          Speichermedium Wasser)

          - sowie die Umwallung der gesamten Biogasanlage gemäß AwSV.

Die Biogasanlage dient nach der der Änderung unverändert der Erzeugung von insgesamt ~2,5 Mio. Nm³/a Rohbiogas. Zukünftig sollen die beiden BHKW in flexibler Fahrweise mit einer durchschnittlich kalkulierten elektrischen Leistung von 0,600 MWel. bis maximal 2,716 MWel. betrieben werden. Die Biogaslagerkapazität nach der 4. BImSchV erhöht sich von 1.208 m³ auf 9.310 m³ und die maximale Biogaslagerkapazität nach der 12. BImSchV (Störfallverordnung) erhöht sich auf 14.584 kg. Damit unterliegt die Biogasanlage den Pflichten eines Betriebsbereiches der unteren Klasse nach der Störfallverordnung. Das Gärrestlagervolumen erhöht sich von 3.994 m³ auf dann 5.008 m³.

b) Nach der Änderung besteht die Gesamtanlage aus den folgenden Anlagenteilen

          (BE-Nr. siehe Blatt 075 der Anlage zum Bescheid):

          - eine Halle (24 m x 16 m) mit neuem Feststoffeintragsystem (60 m³)

          - eine Güllevorgrube (VBr = 84,8 m³, abgedeckt mit Beschickungspumpe)

          - ein Fermenter (1.500 m³ Füllvolumen, 450 m³ Gasspeicherhaube)

          - ein Nachgärer (3.184 m³ Füllvolumen, 758 m³ Gasspeicherhaube)

          - ein Gärrestlager-1 (Füllvolumen 3.990 m³, Gasspeichervolumen 5.954 m³)

          mit Gasfüllstandsanzeige, Stützluftgebläse, Über- /Unterdrucksicherung

          - eine Betongrube für Schlammabzug (ca.35 m³, abgedeckte Pumpengrube)

          - ein Gärrestlager-2 (Nutz/-Nettovolumen 1.014 m³, Wetterschutzzeltdach) mit

          Befüllung/Entnahme über die Pumpstation an der neuen Gärresttrockungsanlage

          - eine biologische Entschwefelungsanlage (300 Nm³/h) mit Polizeifilter (2 m³)

          - ein BHKW-1 [Gas-Otto-Motor SEV-CA 716C BG, 716 kWel., 1,725 MWFWL]

          mit Camet® Oxidationskatalysator] im schallgedämmten Container mit Gas-

          und Heizungssystem sowie Abgasschornstein (H 10,8 m über GOK)

          - ein BHKW-2 [MWM TCG 2020 V20, 2,0 MWel., 4,697 MWFWL] im Stahlcontainer mit

          vollständiger technischer Ausstattung und einem Abgaskamin 10,0 m über GOK

          - ein ORC - Modul (Typ Germania IC 60, 55 kWel.) zur Restwärmenutzung und

          einem Abgaswärmeüberträger im Schallschutzcontainer mit Ölwanne

          - eine Biogasfackelanlage (Typ LTC 2,8, C-deg GmbH) mit Gasverdichter und einer

          Durchsatzleistung von 286 m³/h bis max. 500 m³/h (geänderter Standort)

          - eine Trafostation

          - eine Gärresttrocknung (Leistung 800 kW, 29,90 m³ Gärrestdurchsatz/h, 44.000 m³ Luft-

          durchsatz/h, mit Pumpstation, Radschaufeltrockner und chemischem Abluftwäscher)

          - eine Gärrestseparation (FAN Pressschneckenseparator Typ PSS 3.2-780, 5,5-7,5 kW,

          max. 60 m³ Gärrestdurchsatz/h, mit Pumpschacht 1, 2. Vorlagebehälter und 3-seitig

          eingehauster Abwurffläche)

          - ein Wärmespeicher (V 500 m³, Speichermedium Wasser)

          - die Umwallung der gesamten Biogasanlage gemäß AwSV

c) die eingesetzten Inputstoffe (max. Gesamtmenge 790 t/a = 43 t/d) setzen sich

          zusammen aus: 5.000 t/a Schweinegülle, 10.249 t/a Silagen, 550 t/a Zuckerrüben.

 d) das Verfahren (Vergärung/Gasgewinnung) bleibt unverändert entsprechend G 025/08 vom 07.11.2008

 Die Genehmigung wurde unter Bedingungen und Auflagen erteilt.

 Für den Bescheid gilt folgende Rechtsbehelfsbelehrung

Gegen diesen Bescheid kann innerhalb eines Monats nach Bekanntgabe Widerspruch beim Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt Mecklenburgische Seenplatte, Neustrelitzer Straße 120, 17033 Neubrandenburg erhoben werden.

Gegen diesen Bescheid kann innerhalb eines Monats nach Bekanntgabe durch den Antragsteller (Genehmigungsinhaber) ohne die Durchführung des Vorverfahrens nach § 68 Abs.1 S.2 VwGO i. V. m. § 13a Nr.1 des Gesetzes zur Ausführung des Gerichtsstrukturgesetzes M-V Klage beim Verwaltungsgericht Greifswald, Domstraße 7, 17489 Greifswald erhoben werden.

Gegen die Kostenentscheidung allein kann innerhalb eines Monats nach Bekanntgabe Widerspruch beim Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt Mecklenburgische Seenplatte, Neustrelitzer Straße 120, 17033 Neubrandenburg erhoben werden.

Auslegung des Bescheids

Eine Ausfertigung des Bescheids mit den getroffenen Nebenbestimmungen einschließlich der jeweiligen Begründung) liegt in der Zeit vom 07.07.2020 bis einschließlich 20.07.2020

 - beim Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt Mecklenburgische Seenplatte (STALU MS), Abteilung Immissions- und Klimaschutz, Abfall- und Kreislaufwirtschaft, Helmut-Just-Straße 4 (3.OG), 17036 Neubrandenburg

Hinweis: Aufgrund der Corona-Pandemie werden Maßnahmen zum Infektionsschutz getroffen. Deshalb kann der sonst gewohnte, ungehinderte Zugang zu den Unterlagen im StALU MS im genannten Zeitraum nicht gewährt werden. Aus diesem Grund ist eine Terminvereinbarung (Tel. 0395-38069520) zwingend erforderlich.

- und zusätzlich im Rathaus der Stadt Altentreptow, 17087 Altentreptow, Rathausstraße 1, Zimmer 008, während folgender Zeiten:

Mo. + Do.:      9:00-12 Uhr und 13-16:00 Uhr

Di.:                 7:00-18 Uhr

Fr.:                  9:00-12 Uhr

zur Einsichtnahme aus.

Gemäß § 10 (8) BImSchG gilt der Bescheid mit dem Ende der Auslegungsfrist auch gegenüber Dritten, die keine Einwendungen erhoben haben, als zugestellt.

Der Bescheid und seine Begründung können bis zum Ablauf der Widerspruchsfrist von Personen, die Einwendungen erhoben haben, schriftlich oder elektronisch beim Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt Mecklenburgische Seenplatte, Neustrelitzer Str. 120, 17033 Neubrandenburg (poststelle@stalums.mv-regierung.de) angefordert werden. 

gez. Dr. Liesette Wischer

Abteilung 5, Dezernat 52