Wesentliche Änderung von Anlagenbestandteilen des Biogasparks am Standort 17098 Friedland, Schwarzer Weg, Gemarkung Friedland, Flur 9

Amtliche Bekanntmachung gemäß § 10 Abs. 8a Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG)

Nr.AB 03/20  | 20.01.2020  | StALU MS  | Staatliches Amt für Landwirtschaft und Umwelt Mecklenburgische Seenplatte

Gemäß § 10 (8) des Gesetzes zum Schutz vor schädlichen Umwelteinwirkungen durch Luftverunreinigungen, Geräusche, Erschütterungen und ähnliche Vorgänge (Bundes-Immissionsschutzgesetz - BImSchG) i. V. m. § 21a der Verordnung über das Genehmigungsverfahren (9. BImSchV) gibt das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt Mecklenburgische Seenplatte hiermit bekannt: 

Mit dem Bescheid ÄG 026/19 vom 23.12.2019 wurde der Biogas Friedland GmbH & Co. KG gemäß § 16 BImSchG eine Genehmigung erteilt, deren verfügender Teil folgenden Wortlaut hat: 

Der Biogas Friedland GmbH & Co. KG, Industriering 10a, 49393 Lohne wird auf Antrag vom 07.07.2017 (Posteingang 24.07.2017) zuletzt ergänzt am 02.07.2019 gemäß § 16 BImSchG i. V. m. den Nummern 8.6.3.1 (G, E), 1.2.2.2 (V), 9.1.1.2 (V) und 9.36 (V) des Anhangs 1 der 4. BImSchV nachstehende Änderungsgenehmigung erteilt. 

Diese Änderungsgenehmigung umfasst die wesentliche Änderung von Anlagenbestandteilen des mit Bescheid G 034/06 vom 27.10.2006 genehmigten Biogasparks mit 4 Anlagenmodulen (vier in Betrieb befindliche Biogasanlagen mit je einem BHKW) am Standort 17098 Friedland, Schwarzer Weg, Gemarkung Friedland, Flur 9, Flurstücke 2/3, 3/3, 4/3 und 4/4. 

a.)  Diese Genehmigung beinhaltet im Einzelnen:

  • den Austausch der Flexo-Dächer auf den vorhandenen vier Fermentern durch jeweils gasdichte Tragluftdächer (Halbkugelform, Dachhöhe ca. 8,2 m, Speichervermögen je von 2.438 m³ Biogas)
  • die Erhöhung der Größe des Gaslagers der Gesamtanlage nach Nr. 9.1.1.2. (V) der 4. BImSchV von 19,2 t auf 26,6 t
  • die Erhöhung der Gasspeichermenge der Anlage nach der Störfall- Verordnung (12. BImSchV) auf 48.568 kg  
  • Änderung der Leistung der vier vorhandenen BHKW (bisher genehmigt insgesamt 2,2 MWel und 5,542 MWFWL) durch Anpassung an die tatsächlichen Leistungswerte von 549 kWel pro BHKW (insgesamt 2,196 MWel) und 1.351 kWFWL pro BHKW (insgesamt 5,404 MWFWL)

Der Biogaspark dient nach der Änderung unverändert der Erzeugung von insgesamt 12,3 Mio. Nm³/a Rohbiogas bei einer geänderten Gaslagermenge von dann maximal 48.568 kg (nach der 12. BImSchV) in der geänderten Anlage. Damit ist der Biogaspark weiterhin als Betriebsbereich der unteren Klasse gemäß § 2 Abs. 1 der 12. BImSchV eingestuft. 

b.)  Nach der Änderung besteht die Anlage aus folgenden Anlagenteilen:    

- ein Annahmebehälter (Vnetto = 2.000 m³), abgedeckt mit Flexo-Dach und        
- einer Befüllstation (4 x 6 m)         
- eine Fahrsiloanlage mit insgesamt 8 Kammern         
- eine Fahrzeugwaage         
- vier Technikgebäude mit jeweils

  • einem Annahmebunker (80 m³, mit Deckel)
  • einem Anmischbehälter (6 m³, geschlossener Edelstahlbehälter),
  • einem BHKW (Gas-Otto-Motor, GE Jenbacher, Typ J 312 GS-C, 549 kWel, 1.351 kWFWL),
  • einem Schaltraum und einem Heizungsraum
  • einer Schmierölstation 

- vier Fermenter (Vnetto = 2.580 m³, Vbrutto = 2.997 m³) mit Tragluftdach (gasdichtes Dach mit einer Höhe von ca. 8,2 m
   und einem max. Speichervermögen von 2.438 m³ (inkl. Freibord)),

- vier Gärrestspeicher (Vnetto = 4.078 m³, Vbrutto = 4.376 m³) mit Tragluftdach (gasdichtes Dach mit einer Höhe von ca. 7 m
   und einem max. Speichervermögen von 2.496 m³ (inkl. Freibord) mit biologischer Entschwefelung im Gasraum)
   und mit zwei Entnahmestationen (teils eingehaust)

- ein Gasspeicher (Gasspeichervolumen 752 m³)

- vier Notfackeln

- Rezirkulationsschacht und Kondensatstrecke

- ein Büro-/Sozialgebäude und Lager

Die mit ÄG 028/16 vom 07.02.2017 genehmigten vier Gärrest-Separationen wurden und werden nicht mehr umgesetzt.

c.)  Die eingesetzte Inputmenge von 78.600 t/a (~215,3 t/d) bleibt unverändert und setzt sich wie folgt zusammen: 34.000 t/a Maissilage, 20.500 t/a Rindergülle, 11.000 t/a Ganzpflanzensilage (GPS), 5.000 t/a Zuckerrüben, 4.000 t/a Geflügeltrockenkot, 3.000 t/a Grassilage, 1.000 t/a Getreidemehl und 100 t/a Wasser.             

Optional zu den vorgenannten Inputstoffen können bei unveränderter Gesamtinputmenge und unverändertem Gaserzeugungspotential die nachfolgenden nachwachsenden Rohstoffe gemäß Positivliste des Anhangs 2 des EEG in die Biogasanlage eingebracht werden:

  1. Aufwuchs von Wiesen und Weiden als Ganzpflanzen in Form von Grüngut, Trockengut und Silage
  2. Ackerfutterpflanzen einschließlich als Ganzpflanzen geerntetes Getreide, Ölsaaten und Leguminose als Grüngut, Trockengut und Silage,
  3. Körner, Samen, Corn-Cob-Mix, Knollen, Rüben einschließlich Zucker- und Masserüben, Obst, Gemüse, Kartoffelkraut, Rübenblätter, Stroh als Grüngut, Trockengut und Silage.

d)  das Verfahren (Vergärung/Gasgewinnung) bleibt unverändert (entsprechend G 034/06 vom 27.10.2006 und ÄG 028/16 vom 07.02.2017) bei einer mittleren hydraulischen Verweilzeit im gasdichten System von insgesamt 169 Tagen. Die Gärraumtemperatur beträgt 35 - 40°C (mesophil).

Die Genehmigung wurde unter Bedingungen und Auflagen erteilt. 

Für den Bescheid gilt folgende 

Rechtsbehelfsbelehrung

Gegen diesen Bescheid kann innerhalb eines Monats nach Bekanntgabe Widerspruch beim Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt Mecklenburgische Seenplatte, Neustrelitzer Straße 120, 17033 Neubrandenburg erhoben werden.

Gegen diesen Bescheid kann innerhalb eines Monats nach Bekanntgabe durch den Antragsteller (Genehmigungsinhaber) ohne die Durchführung des Vorverfahrens nach § 68 Abs.1 S.2 VwGO i. V. m. § 13a Nr.1 des Gesetzes zur Ausführung des Gerichtsstrukturgesetzes M-V Klage beim Verwaltungsgericht Greifswald, Domstraße 7, 17489 Greifswald erhoben werden.

Gegen die Kostenentscheidung allein kann innerhalb eines Monats nach Bekanntgabe Widerspruch beim Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt Mecklenburgische Seenplatte, Neustrelitzer Straße 120, 17033 Neubrandenburg erhoben werden. 

Auslegung des Bescheids

Eine Ausfertigung des Bescheids mit den getroffenen Nebenbestimmungen einschließlich der jeweiligen Begründung und Anlagen (Antragsunterlagen) liegt in der Zeit vom 21.01.2020 bis einschließlich 03.02.2020 in der Außenstelle des StALU MS, Abteilung Immissions- und Klimaschutz, Abfall- und Kreislaufwirtschaft, Helmut-Just-Straße 4 (3.OG), 17036 Neubrandenburg während der Dienststunden (Mo-Fr) in der Zeit von 07:30 bis 16:00 Uhr (dienstags bis 16:30 Uhr, freitags bis 13:00 Uhr) 

und zusätzlich im Amt Friedland, Amt für Bau, Ordnung und Stadtentwicklung, Riemannstraße 42, 17098 Friedland, Zimmer 2.05, während folgender Zeiten:

Dienstag        09:00 - 12:00 Uhr und 13:00 - 17:30 Uhr
Mittwoch       09:00 - 12:00 Uhr
Donnerstag    13:00 - 16:00 Uhr 

 zur Einsichtnahme aus. 

Gemäß § 10 (8) BImSchG gilt der Bescheid mit dem Ende der Auslegungsfrist auch gegenüber Dritten, die keine Einwendungen erhoben haben, als zugestellt. 

Der Bescheid und seine Begründung können bis zum Ablauf der Widerspruchsfrist von Personen, die Einwendungen erhoben haben, schriftlich oder elektronisch beim Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt Mecklenburgische Seenplatte, Neustrelitzer Str. 120, 17033 Neubrandenburg (poststelle@stalums.mv-regierung.de) angefordert werden. 

gez. Kerstin Elberskirch

Abteilung 5, Dezernat 52

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