Veranlassung
Der Galenbecker See und sein angrenzendes Moorgebiet stellen eine Naturraumeinheit dar, die als Brut- und Nahrungshabitat vieler gefährdeter Vogelarten sowie als Rastgebiet für Zugvögel überregionale Bedeutung besitzt. Seit 70 Jahren besitzt das Gebiet den nationalen Schutzstatus eines Naturschutzgebietes. Charakteristisch für das Gebiet sind Bruchwälder, Schilfröhrichte, Seggenriede und Feuchtwiesen. Diese sind wertvolle Lebensräume für Vogelarten wie den prioritär zu schützenden Wachtelkönig, die Große Rohrdommel und den Schreiadler. Zudem erhielt das Gebiet mehrere internationale Schutzausweisungen als Feuchtgebiet, zuletzt als Fauna-Flora-Habitat-Gebiet. Die Schutzbemühungen waren wenig erfolgreich, da die Ursachen für die Verschlechterung des Gebietes nicht beseitigt werden konnten. Im Zuge der langjährigen landwirtschaftlichen Nutzung des Seeumlandes erfolgte eine tiefgreifende Entwässerung der Moorflächen, was eine nachhaltige Schädigung des Moorkörpers, bedingt durch Moorsackung und –degradierung, zur Folge hatte. Durch die intensive fischereiliche Nutzung wechselte der einst eutrophe Klarwassersee in das Stadium eines polytrophen Trübwassersees. Der Lebensraum vieler gefährdeter Pflanzen- und Tierarten ging verloren bzw. verschlechterte sich drastisch. Anlässlich dieser Entwicklung wurde 2001 das EU-Life-Projekt „Naturraumsanierung Galenbecker See für prioritäre Arten“ durch das Land Mecklenburg-Vorpommern bei der Europäischen Kommission beantragt und von dieser bewilligt.
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Projektziele
Ziel des EU-LIFE-Projektes ist es, durch geeignete Maßnahmen die Lebensraumbeschaffenheit der Tier- und Pflanzenwelt zu erhalten bzw. zu verbessern. Neben der kurz- bis mittelfristigen Schaffung neuer Lebensräume wie freie Wasserflächen, Wasser- und Landröhrichte durch den geplanten Rückhalt von Wasser im Projektgebiet besteht die Aufgabe, den ökologischen Zustand des Sees zu verbessern und seinen Wasserhaushalt dauerhaft zu stabilisieren. Grundlage hierfür ist die Verminderung der fortwährenden Degradierung des Moorkörpers sowie die Initiierung neuen Moorwachstums im Uferbereich und in den angrenzenden Flächen.
Maßnahmen zur Naturraumsanierung
Um die Ziele des Projektes zu erreichen wurden verschiedene Varianten der Naturraumsanierung diskutiert und schließlich die Vorzugsvariante umgesetzt. Ein 7,3 km langer künstlicher Uferstreifen zum Wasserrückhalt wurde gebaut. Dieser ermöglicht es, den Wasserstand zwischen See und Uferstreifen anzuheben und unterbindet damit die Entwässerung der Moorflächen. Es entsteht eine Vernässungszone, in welcher ein Zielwasserstand von 9,25 m HN erreicht werden soll. Die Geländehöhen liegen zwischen 7,75 und 10,0 m HN, so dass maximale Wassertiefen von 1,50 m in der Vernässungszone erreicht werden. Der künstliche Uferstreifen wurde schwimmend gegründet und abschnittsweise aus Torf oder Geschiebemergel gebaut. Die Lastverteilung erfolgt über Geotextil.

Des weiteren wurde im Bereich der Mündung der Zuflusses Golmer Mühlbach eine Schilfdurchströmungsanlage zur Reduktion von Nährstoffen errichtet. Insbesondere die Phosphoreinträge sollen um etwa die Hälfte verringert werden.
Umgesetzt wurden die Maßnahmen nach Abschluss der Planungsphase und des Planfeststellungsverfahrens im Zeitraum zwischen 2005 und 2007. Ausführende Baufirmen waren die Firmen D. Davids Tiefbau GmbH aus Vietgest, Bohlen & Doyen Bau und Service GmbH aus Ueckermünde und ASA Bau GmbH aus Greifswald. Die Bauüberwachung erfolgte durch das Ingenieurbüro H. Gluth aus Neubrandenburg. Die Finanzierung des Projektes erfolgt aus Mitteln der Europäischen Union im Rahmen des Programms LIFE-Natur, des Landes Mecklenburg-Vorpommern und der Deutschen Einheit Fernstraßenplanungs- und –bau GmbH (DEGES).
Nachfolgend finden Sie Informationsmaterial über das EU-Life Projekt Galenbecker See für prioritäre Arten.