Nr. 04/2010 - 26.02.2010 - StALU MM HRO - StALU Mittleres Mecklenburg Dienststelle Rostock
Monatlich informiert das Staatliche Amt für Umwelt und Natur (StAUN) Rostock im Rahmen eines breiten Verteilerkreises über Gewässergüte und Wassermengen der Gewässer innerhalb seines Amtsbereiches. Dazu gehören sowohl Aussagen zu Fließgewässern, Seen, Küstengewässern als auch zum Grundwasser. Diese Daten, die kontinuierlich vom StAUN erfasst werden, dienen einer durchgängigen Gewässerbewertung, auf deren Grundlage Maßnahmeprioritäten im Rahmen der Umsetzung der europäischen Wasserrahmenrichtlinie abgeleitet werden. Durch Auswertung dieser Daten können ebenfalls Rückschlüsse z.B. auf das Düngeverhalten in bestimmten Einzugsgebieten gezogen werden. Auskunft zu diesen Daten erteilt auf Anfrage gern: Frau Dr. Ricarda Börner, Tel. 0381 122-2340; E-Mail: ricarda.boerner@staunhro.mv-regierung.de
Das Wasserhaushaltsgesetz des Bundes, das Landeswassergesetz und die europäische Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) schreiben jeweils eine umfangreiche Überwachung der Oberflächengewässer und des Grundwassers vor. Es müssen sowohl Messungen zur Gewässergüte als auch zur Wassermenge durchgeführt werden. Dies erfolgt seit 1992 entsprechend eines jährlichen Gewässerüberwachungserlasses des Umweltministeriums M-V, der vom Landesamt für Umwelt, Natur und Geologie (LUNG) und den Staatlichen Ämtern für Natur und Umwelt (StÄUN) erarbeitet wird. Er schreibt die Messnetze und Messprogramme für die Fließgewässerüberwachung, die Ermittelung der Trophie der Seen, die Untersuchung der Qualität der Küstengewässer und des Grundwassers sowie den Umfang der Mengenmessungen im Oberflächen- und Grundwasser vor. 2006 wurden die Messnetze und der Umfang der Untersuchungen an die Forderungen der WRRL angepasst. Die EU fordert eine langjährige und dauerhafte Überblicksüberwachung großer Fließgewässer und Seen sowie der Küstengewässer und des Grundwassers. Im Amtsbereich des StAUN Rostock werden in der Warnow und der Nebel drei Überblicksmessstellen betrieben. Darüber hinaus ist nach WRRL eine operative Überwachung kleinerer Gewässer und die Ursachenermittlung bei außergewöhnlichen Belastungen gefordert. Für 2010 sieht der Gewässerüberwachungserlass folgenden Umfang für den Amtsbereich des StAUN Rostock vor.
| Überblicks- Messnetz Gewässergüte | operative Messstellen Gewässergüte | hydrologische Messstellen Wasserstand | hydrologische Messstellen Durchfluss | |
| Fließgewässer | 3 | 49 | 25 | 29 |
| Seen | 12 | 7 | ||
| Küstengewässer | 8 | |||
| Grundwasser | 17 | 19 | 74 |
Tabelle:Anzahl der Messstellen entsprechend Gewässerüberwachungserlass (Entwurf)
2010 für die Überwachung des Grund- und Oberflächenwassers im Amtbereich des StAUN Rostock
Nach dem Landeswassergesetz M-V obliegt die Gewässeraufsicht den jeweils zuständigen Wasserbehörden. Die Datengewinnung, -erfassung und -aufbereitung sowie deren Weitergabe für das Oberflächen- und Grundwasser erfolgt in M-V über den Landeskundlichen Messdienst der StÄUN. Probennahme und Vor-Ort-Messungen werden von einem geschulten Probenehmer des Amtes durchgeführt. Die hydrologischen Größen, Wasserstand und Durchfluss zur mengenmäßigen Beschreibung des Wasserhaushaltes werden ebenfalls von qualifiziertem Personal des StAUN erhoben. Die Analytik der Wasserinhaltsstoffe erfolgt im landeseigenen Labor des LUNG in Güstrow, das sich zur Spuren- und Spezialanalytik auch anderer Labore bedient.
Die Ergebnisse der Gewässerüberwachung werden monatlich vom StAUN aufbereitet und in Form eines Monatsberichtes zur Verfügung gestellt. Bei akuten Belastungen, wie z.B. Sauerstoffmangel erfolgt eine unmittelbare Information der zuständigen Wasserbehörden. Im Monatsbericht werden neben den Vor-Ort-Parametern Sauerstoff, Leitfähigkeit und pH-Wert wesentliche Parameter mit unmittelbarer Auswirkung auf die Gewässergüte, wie die Nährstoffkonzentrationen und der Gehalt an organischen Verbindungen sowie die hydrologische Lage ausgewertet. Die Grundlage der Bewertung der Gewässergüte bildet ein von der Länderarbeitsgemeinschaft Wasser (LAWA) erarbeitetes Bewertungsschema, das Güteklassen und Zielvorgaben beschreibt und so die genaue Einschätzung des Belastungsgrades erlaubt. Die Gewässerbewertung erfolgt dabei unter Berücksichtigung der jahreszeitlichen Gegebenheiten und in Auswertung der vorhandenen langjährigen Reihen. Den Besonderheiten der Flachlandgewässer wird darüber hinaus mit speziell für MV definierten Richtwerten Rechnung getragen. Aus hydrologischer Sicht erfolgt der Abgleich mit den statistischen Werten der langjährigen Reihen für Niedrigwasser-, Mittelwasser- und Hochwasserverhältnisse.
Die aktuelle die Lage im Wasserhaushalt stellt sich wie folgt dar:
Teil Wassermenge: Seit Jahresbeginn 2010 war Winterwetter vorherrschend. Die Temperaturen lagen im Tagesmittel durchweg unter Null Grad. Die Niederschläge, die im Vergleich zum langjährigen Mittel normal bis leicht übernormal waren, fielen demzufolge in fester Form. Es hat sich im gesamten Einzugsgebiet eine geschlossene Schneedecke ausgebildet. Infolge der niedrigen Temperaturen kam es auf allen Standgewässern zur Bildung einer dicken Eisschicht. Auch die meisten kleineren und langsam fließenden Fließgewässer waren zeitweise mit einer Eisdecke bedeckt. Da es durch die niedrigen Temperaturen kaum zum direkten Oberflächenwasserabfluss kam, lag die Wasserführung allgemein unter den für den Monat Januar typischen mittleren Niedrigwasserverhältnissen. In der Nebel bei Wolken sowie in der Warnow bei Bützow wurden die für den Januar niedrigsten Durchflüsse seit etwa 10 Jahren registriert. Die Durchflüsse haben weiterhin eine leicht fallende Tendenz solange Temperaturen unter Null Grad vorherrschend sind. Das Wasserstandsverhalten im Grundwasser war differenziert. Je nach Standort waren stagnierende bis leicht oder sogar deutlich steigende Wasserstände zu verzeichnen. Allgemein lagen die Grundwasserstände aber unter den langjährigen Mittelwerten.
Teil Gewässergüte: In Folge der fehlenden atmosphärischer und biologischer Belüftung (geschlossene Eisdecke mit Schneeauflage) kam es im Stromgraben in Torfbrücke und in der Zarnow in Prisannewitz zu Sauerstoffproblemen bis in den fischtoxischen Bereich hinein. Viele kleine Teiche sind aus dem gleichen Grund sauerstofffrei, so dass bereits tote Fische beobachtet wurden. Jahreszeitlich bedingt sind die Nitratgehalte erhöht. Sie liegen aber infolge einer bisher noch nicht erfolgten Niederschlagsableitung (Schnee) niedriger als in den Vorjahren. In Folge geringer Abbauleistungen insbesondere der kleineren Kläranlagen und Kleinkläranlagen (niedriger Temperaturen) werden in den Gewässern verstärkt Abwassereinflüsse nachgewiesen, sichtbar an den erhöhten Ammoniumgehalten, die die Zielvorgabe massiv überschreiten. In diesem Zusammenhang sind auch die in der Beke in Groß Gischow, dem Peezer Bach, dem Stromgraben und dem Wallbach erhöhten Phosphatgehalte zu sehen. Gewässerbezogen weisen die Zarnow in Prisannewitz, der Wallbach in Willershagen, der Radelbach oberhalb des Radelsees und der Peezer Bach in Stuthof mit Mehrfachbeanstandungen gegenwärtig die schlechteste Wasserbeschaffenheit der 2010 unter-suchten Gewässer auf.