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Staatliche Ämter für Landwirtschaft und Umwelt Mecklenburg-Vorpommern

Mecklenburg-Vorpommern / MV tut gut


15 Jahre Wiederbesiedlungsprojekt Sumpfschildkröte (Emys o. orbicularis) durch das StALU-MV von 2000-2015

Artensteckbrief

  • Rückenpanzer sehr dunkel mit gelblichen Punkten und bis 20 cm lang
  • Bauchpanzer gelblicher Grund, vorwiegend dunkel
  • Kehle mit gelblichen Punkten
  • Augenfarbe (Iris) bei Männchen orange bis braun, Weibchen meist gelb
  • akut vom Aussterben bedroht
  • letzte Vorkommen im nordöstlichen Brandenburg (Kerngebiet) existieren derzeit in 4 Populationen

Zusammenfassung des Projektes

Abb. 1: Letztes autochthones (einheimisches) Tier der Population im Lebensraum des Naturparkes "Feldberger Seenlandschaft"
Abb. 1: Letztes autochthones (einheimisches) Tier der Population im Lebensraum des Naturparkes "Feldberger Seenlandschaft"

Für eine Status-0-Klärung zum Vorkommen der Europäischen Sumpfschildkröte in Mecklenburg-Vorpommern wurden von 2000 bis 2006 im Rahmen des Monitorings (Überwachung geschützter Tierarten) alle Gewässer überprüft, von denen Beobachtungen von Schildkröten vorlagen. Mit Hilfe eines Artenhilfsprogrammes zur Rettung der Europäischen Sumpfschildkröte (Emys o. orbicularis) in MV sollte abgeklärt werden, in wieweit die Europäische Sumpfschildkröte noch Bestandteil der heimischen Fauna ist. Die bis dahin einzig bekannte Population in der Feldberger Seenlandschaft war bereits seit 1995/96 erloschen (wahrscheinlich illegaler Fang). Insgesamt wurden im Betrachtungszeitraum (2000-2006) 15 Gewässer mit zum Teil erheblichen Aufwand (Aufstellen von 65 Reusen für 14 Tage mit täglicher Kontrolle) untersucht.

Abb. 2: Besenderung des oben bezeichneten Tieres zum Auffinden des Eiablageplatzes und zur Ermittlung der Lebensraumnutzung (Home Range) im Rahmen des Artenhilfsprogrammes in Vorbereitung des Wiederbesiedlungsprojektes
Abb. 2: Besenderung des oben bezeichneten Tieres zum Auffinden des Eiablageplatzes und zur Ermittlung der Lebensraumnutzung (Home Range) im Rahmen des Artenhilfsprogrammes in Vorbereitung des Wiederbesiedlungsprojektes

Insgesamt wurden nach 2000 5 autochthone Tiere nachgewiesen, davon 3 Totfunde. Im Rahmen des Monitorings konnte nur noch ein Exemplar nachgewiesen werden. Es handelte sich hier um das letzte Weibchen der bis dahin einzig bekannten autochthonen (heimisch) Population (s. Abb. 1. u. 2.).

Auf der Grundlage der Ergebnisse der oben genannten Untersuchungen wurde ein Wiederbesiedlungsprojekt im historisch belegten Lebensraum der Sumpfschildkröte vorbereitet. Ausgewählt wurde ein Feuchtgebietskomplex in einem relativ unzerschnittenen Lebensraum (Straßen, Besiedlung, etc.) mit angrenzenden Trockenhängen (potenzielle Eiablageplätze).

Abb. 3: Auswilderung junger Sumpfschildkröten im Rahmen des Wiederbesiedlungsprojektes
Abb. 3: Auswilderung junger Sumpfschildkröten im Rahmen des Wiederbesiedlungsprojektes

Dazu wurde der geplante Standort umfassend untersucht (Temperaturmessungen mittels Datenlogger), um die Eignung für eine Reproduktion sicherzustellen. Nach Feststellung der Eignung des Gebietes für eine Wiederansiedlung der Sumpfschildkröte wurden umfangreiche Renaturierungen (Ausbaggern, Entbuschungen, Schaffung von Sonnenplätzen) vorgenommen. In den Jahren 2008 bis 2014 konnten dann im Rahmen des oben beschriebenen Projektes 53 junge Sumpfschildkröten (Alter 2-3 Jahre) ausgewildert werden. Das Vorkommen dieser Tierart im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte stellt ein Alleinstellungsmerkmal im Bundesland MV dar.

Zielstellung des Projektes

  • Wiederansiedelung der Europäischen Sumpfschildkröte im historisch belegten Lebensraum
  • Aufbau einer Wildpopulation in Zusammenarbeit mit der Naturschutzstation Rhinluch (Leitung: Dr. Norbert Schneeweiß)

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